Bollingen - So schön die neue K 318 (Am Ostermoor) von Strücklingen bis Sedelsberg auf ihrer ganzen Länge für Autofahrer auch sein mag. Umso mehr Gefahren birgt sie für die in der freien Natur lebenden Tiere. Insbesondere das Rehwild sei davon betroffen, beklagt Waidmann Harald Ernst aus Bollingen. „So viel Rehwild, das den Straßentod auf der neuen Strecke zum Opfer gefallen ist, haben wir noch nie zu beklagen gehabt“, sagt Ernst.

Die neue Trasse habe ein Stück Natur- und Moorlandschaft durchschnitten. Hier hielt sich das Wild auf. Daran müssen sich die Tiere sicherlich noch gewöhnen. Rehwild sei nun einmal Wechselwild. Ernst hätte sich gewünscht, dass auf Teilabschnitten, wo das Rehwild wechselt, Schutzmaßnahmen ergriffen worden wären. Ähnlich wie es für den Schutz der Frösche erfolgt sei. „Da sind Schutzmaßnahmen für Frösche, Kröten und andere Amphibien vorgenommen worden. Es sind Straßensperren und sogar Durchlässe unter der Straße erfolgt“, sagt er. Nach seinen Informationen sollen die Maßnahmen weit über 100 000 Euro gekostet haben. „Warum gibt es keinen Schutzzaun für unser Wild“, fragt sich Ernst. Und die Lage sei ernst, es werde nicht das letzte Stück Rehwild zu beklagen sein.

Zumindest entsprechende Straßenschilder wünschen sich die Bollinger Jäger. Sie haben jetzt im Bereich ihres Jagdbezirks „Bollingermoor“ an den Leitpfosten entlang der neuen K 318 blaue Warnwildreflektoren angebracht. „Blau ist eine Farbe, die in der Natur nicht vorkommt“, so Ernst. Daher werde sie vom Wild als gefährlich wahrgenommen. Ganz ausschließen könne man den Straßentod natürlich nicht.

Unterstützt wurden die Bollinger Jäger durch Spenden der Reflektoren und vom Leiter des Hegerings Strücklingen, Gerold Janssen.