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NWZonline.de Nachrichten Politik

Wasserstand im Steinhuder Meer sinkt beständig

24.07.2019

Steinhude Der Wasserstand des Steinhuder Meeres sinkt deutlich. Das ist für etliche Wassersportler ein Problem. Regen ist nicht in Sicht – stattdessen soll es richtig heiß werden. „Es gibt diverse kritische Stellen im See“, sagte Burkhard Görth, Vorsitzender des Yacht-Clubs Mardorf. Wo Schlamm abgepumpt worden sei, gehe es. „Vor allem die Steinhuder Seite ist betroffen“, sagte er. Manche Boote seien erst gar nicht aus den Boxen gekommen und gleich im Sand stecken geblieben. Ein Segler sei mit dem Kiel gegen Steine gefahren. Die Folge: teure Schäden.

Auch die Wind- und Kitesurfer kämpfen mit dem niedrigen Wasserstand. Sogenannte Windsurf-Foils oder Kite-Foils hätten einen Tiefgang von rund einem Meter. „Da setzt man schnell auf“, sagte Ralf Madert vom Surfers Paradise. Zudem verschlamme das Meer, an vielen Stellen blieben die Surfer bereits mit dem Schwert hängen. Und das Gebiet, das sie nutzen können, werde immer kleiner.

„Je mehr Wasser da ist, desto besser für die Nutzbarkeit“, sagte Willi Rehbock, Geschäftsführer der Steinhuder Meer Tourismus GmbH. Die sogenannten Auswanderer, Ausflugsboote aus Holz, fahren nach Plan. Rehbock rechnet allerdings mit einer Verschärfung der Lage. „Es gibt derzeit einige Stellen, die die „Auswanderer“ meiden müssen, und die Randbereiche sind problematisch“, sagte er. „Wir sind mit einem 20 Zentimeter niedrigeren Wasserstand in die Saison gestartet.“ Dass der Pegel im Sommer um 33 Zentimeter sinke, sei normal – allerdings erst vier Wochen später als dieses Jahr.

Grund für den aktuell niedrigen Wasserstand ist die außergewöhnlich trockene Witterung seit April vergangenen Jahres. „Dadurch sind zum einen keine Niederschläge direkt in den See eingegangen, zum anderen sank auch der Grundwasserspiegel im vergangenen Sommer erheblich ab“, sagte Achim Stolz, Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Der Grundwasserstand habe sich durch die Niederschläge des vergangenen Winterhalbjahres nicht auf sein Ausgangsniveau erholt.

„Das Steinhuder Meer hat nur geringe Zuflüsse und wird überwiegend aus Grundwasser gespeist“, erklärte Stolz. An heißen, windigen Sommertagen könnten bis zu zwei Zentimeter Wasser von der Oberfläche verdunsten. „Da der Zustrom über das Grundwasser insgesamt abnimmt und Niederschläge nicht in Sicht sind, wird bei anhaltend trockener Witterung der Seewasserstand durch die Verdunstung weiter abnehmen.“ Sinke der Wasserstand um einen Zentimeter, entspräche das einer Verdunstung von 300 Millionen Litern.

„Wegen der Überflutungen im Sommer 2017 hatte das Steinhuder Meer noch einen Puffer, auch der Winter 2017/2018 war sehr nass“, sagte Hans-Heinrich Schuster vom Seen-Kompetenzzentrum des NLWKN. Von April 2018 an gab es eine lang anhaltende Trockenheit. „Den Tiefstwasserstand des Steinhuder Meeres vom 22. September 2018 werden wir in diesem Jahr viel früher erreichen“, sagte er. Für Pflanzen und Tiere bestehe noch keine Gefahr, sagte Schuster. Auch Sauerstoffwerte, Temperatur und pH-Werte seien normal.

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