Oldenburg - Die Entscheidung über den neuen Oberbürgermeister in Oldenburg fällt erst am 12. Oktober in einer Stichwahl. Im ersten Wahlgang lag am Sonntag der SPD-Kandidat, der Landtagsabgeordnete Jürgen Krogmann, klar vorn. Der 51-Jährige holte nach Mitteilung der Stadt rund 46,6 Prozent der Stimmen und damit deutlich mehr als seine drei Mitbewerber. Für einen Sieg im ersten Anlauf hätte er aber mehr als 50 Prozent der Stimmen benötigt.
In der Stichwahl tritt Krogmann nun gegen den parteilosen Mediengestalter Christoph Baak an, der von der CDU aufgestellt worden war und auf 25,0 Prozent kam. Die von den Grünen unterstütze Kandidatin Marion Rieken (53), parteilose Vizepräsidentin der Uni Vechta, erhielt rund 22,1 Prozent der Stimmen. Außerdem bewarb sich Heinrich Kreuzwieser für „Wähler für Oldenburg“ (WFO) um das OB-Amt. Er kam auf rund 6,3 Prozent. Insgesamt waren in Oldenburg rund 130 000 Bürger zur Wahl aufgerufen, die Beteiligung lag aber nur bei 38,9 Prozent.
Der amtierende parteilose Oberbürgermeister Gerd Schwandner war nicht wieder angetreten. Er war für seine Arbeit heftig kritisiert worden. 2009 und 2011 strebte sogar eine Mehrheit im Oldenburger Stadtrat ein Abwahlverfahren an, scheiterte jedoch an der erforderlichen Dreiviertel-Mehrheit.
Gleich zu Beginn seiner Amtszeit 2006 hatte Schwandner in Oldenburg die Gemüter erhitzt. Noch im Wahlkampf hatte er versprochen, das umstrittene Einkaufszentrum „Schlosshöfe“ zu verhindern. Kurz nach seinem Wahlsieg bewilligte er dann den Bau. In der Folgezeit setzte er immer wieder Projekte gegen den Willen des Rates durch, der ihm „selbstherrliches Handeln“ vorwarf.
Die Amtszeit von Schwandners Nachfolger beginnt am 1. November und endet wegen der Anpassung der Wahlperioden von Kommunalwahlen und Bürgermeisterwahlen im Jahr 2021.
