Stollhamm - Um ein Haar hätte es noch eine Extrarunde gegeben, doch da wollte die Mehrheit des Gemeinderats am Donnerstagsabend nicht mitspielen. Statt dessen beschloss der Rat, unter eine fast schon unendliche Geschichte einen Schlussstrich zu ziehen: Die Gemeinde wird die ehemalige Stollhammer Grundschule an Thorsten Memenga verkaufen. Er wird das alte Gebäude nutzen, um günstigen Mietwohnraum zu schaffen.

2012 besiegelte die Gemeinde das Ende der Stollhammer Grundschule und bot noch im selben Jahr das Gebäude zum Kauf an. Jahrelang passierte nichts. Bewegung kam in die Sache, als Ende vergangenen Jahres Karin und Hans Hellwig 75 000 Euro für die Schule boten, um darin ein alternatives Wohnprojekt zu realisieren.

Letzte Stand der Dinge war, dass die Hellwigs nach vielem Hin und Her bei einer Sitzung des Planungsausschusses des Gemeinderats Anfang Juni frustriert ihr Interesse zurückzogen und als einziger potenzieller Käufer Thorsten Memenga aus Feldhausen, der zwischenzeitlich 100 000 Euro geboten hatte, übrig blieb.

Das war die Ausgangslage für die endgültige Entscheidung, die der Gemeinderat am Donnerstagabend zu treffen hatte. Und da es zu Thorsten Memenga keine Alternative mehr gab, hätten die Mitglieder des Rats ohne Diskussion abstimmen und ihm den Zuschlag erteilen können. Doch so einfach ging es nicht.

Denn inzwischen hatte die Kirchengemeinde Stollhamm schriftlich Interesse daran bekundet, ein rund 800 Quadratmeter großes Grundstück, das der Gemeinde gehört und das Thorsten Memenga mit übernommen hätte, zu kaufen. Die FDP-Fraktion hätte es offenbar gerne gesehen, wenn die Gemeinde dem Wunsch der Kirche entsprochen hätte.

FDP-Ratsherr Jochen Kiebitz jedenfalls beantragte, die Sitzung zu unterbrechen, um Thorsten Memenga fragen zu können, ob er mit einer weiteren Aufschiebung der Entscheidung um einige Tage einverstanden wäre. Diesen Antrag lehnte der Rat mehrheitlich aber ab. Nun ist Thorsten Memenga als künftiger Eigentümer der ehemaligen Stollhammer Schule am Zug.