STOLLHAMMERWISCH - STOLLHAMMERWISCH - Die Butjenter Jäger kämpfen dafür, dass ihnen die Bejagung der heimischen Wildarten erhalten bleibt. Diesbezüglich bereitet ihnen weniger die Landes- und mehr die Bundesjagdpolitik Kummer.
Das haben Vertreter des Hegerings Butenland gestern auf dem Hof von Hajo Thien in Stollhammerwisch in einem Gespräch mit der CDU-Bundestagsabgeordneten Vera Dominke aus Edewecht deutlich gemacht.
Mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Holger Ortel, einem gebürtigen Butjenter, habe der Hegering bereits gute Kontakte, so Hegeringleiter Hans-Hermann Kuck und Ehren-Vorsitzender Eilert Baars. Die CDU-Abgeordnete Dominke hat in dieser Woche ihre Jägerprüfung bestanden und zeigte stolz ihren gestern abgeholten Jagdschein. Ihren Waidgesellen sicherte sie zu: „Sie können mich als ihre Verbündete ansehen.“
Dominke hofft, dass die von der Jägerschaft kritisierte Änderung des Bundesjagdgesetzes nicht mehr bis zur Bundestagswahl 2006 von der rot-grünen Regierungsmehrheit durchgesetzt wird. „Wenn doch, wäre das ein Opfer auf dem Altar der Grünen.“
Der Hegering Butenland machte gestern klar:
• dass er nicht wird leben können mit einer Abschaffung der Fallenjagd (sie sei unverzichtbar bei der Jagd auf nachtaktives Raubwild wie Fuchs oder Marder und auch nötig zum Schutz von Bodenbrütern wie den Wiesenvögeln im Schutzgebiet der Stollhammer Wisch);
• dass er auch eine Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften für abwegig hält (dieser Zwang sichere flächendeckende Bejagung und Pflege);
• dass die Liste der jagdbaren Arten auf keinen Fall reduziert werden dürfe (zum Beispiel um Höckerschwan, Pfeifente, Iltis oder Hermelin; zum einen schadeten diese Tiere erheblich der Landwirtschaft, zum anderen könnten sie durch jagdrechtliche Vorschriften besser geschützt werden als durch Naturschutzrecht).
Eilert Baars lobte die Zusammenarbeit der Jägerschaft vor Ort mit Naturschutzverbänden wie dem BUND, kritisierte aber die Bundesspitzen der Verbände. Es sei völlig abwegig, wenn sie das Bundesjagdgesetz auf das Reichsjagdgesetz von 1934 zurückführten und als heute nicht mehr tragbares „Nazigesetz“ abqualifizierten. Richtig sei dagegen: Das Reichsjagdgesetz von 1934 entspreche bis auf einige redaktionelle Änderungen dem Preußischen Jagdgesetz.
Während sich die Jäger also erheblich sorgen mit Blick auf eine Fortentwicklung des Bundesjagdgesetzes, haben sie an der Landespolitik wenig auszusetzen. Dazu hat wesentlich die Neufassung des Landesjagdgesetzes vor drei Jahren beigetragen. Seither kann wieder Jagd auf Rabenkrähen und Elstern gemacht werden – freilich unter Wahrung der ebenfalls festgeschriebenen Schonzeiten.
Ein bisschen Sorgen bereitet aber die Gans. Dieser Wintergast – die Blessgans und die Nonnengans – verzeichnet erheblichen Zuwachs und verursacht zum Teil richtig Schäden für die Landwirtschaft. Es wäre gut, wenn das Land dafür Jagdzeiten einräumt, meinen die Jäger.
• Für in höchstem Maße ungerecht und nicht mehr zeitgemäß hält der Hegering die Erhebung der Jagdsteuer. Die Jäger leisteten auch für das Gemeinwohl viel. Andere Vereine müssten für ihre Aktivitäten keine Steuern zahlen. Zudem sei der Hebesatz von 20 Prozent in der Wesermarsch (jährlich nimmt der Kreis 15 000 bis 16 000 Euro ein) der höchste im Oldenburger Land. Der Satz sollte auf zehn Prozent reduziert werden – oder das Geld sollte für Maßnahmen zur Verfügung gestellt werden, die Biotope fördern. Das meint der Hegering und hat auch hier volle Unterstützung der CDU-Abgeordneten Vera Dominke.
Der Hegering Butenland
