Nordenham - In einigen Bereichen des Nordenhamer Strandgeländes ist vom Strand selbst nicht mehr allzu viel zu sehen. Der Strandhafer hat in den vergangenen Jahren große Areale der Sandflächen erobert. Wie die NWZ  berichtete, setzt sich vor allem die SPD im Stadtrat dafür ein, dass der Strandhafer beseitigt wird. Aber das können sich die Sozialdemokraten abschminken. Während viele Nordenhamer den Charakter des Strandgeländes durch den Wildwuchs gefährdet sehen, ist das Wasser- und Schifffahrtsamt froh darüber, dass der Strandhafer so üppig gedeiht. Das WSA hat das letzte Wort darüber, was am Strand geschieht, weil es Eigentümer der ufernahen Flächen ist.

Im zuständigen Fachausschuss hatte der stellvertretende Verwaltungschef Carsten Seyfarth im November den Auftrag von der Politik bekommen, noch einmal beim WSA nachzuhaken. Es geht um die Fläche zwischen der Buhne beim Segelclub und der in Höhe der Weser-Kleintier-Arena. Bei einer Ortsbegehung, an der Vertreter der Verwaltung, der Politik und des WSA teilnahmen, tauschten beiden Seiten jetzt noch einmal ihre Argumente aus. Die Politik argumentiert, dass erhebliche Fördermittel in die Aufwertung des Strandgeländes geflossen sind. Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, die Sandflächen zu erhalten und dem Wildwuchs nicht tatenlos zuzusehen.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt ist anderer Meinung. Der Leiter der Behörde Werner Kinkartz machte deutlich, dass der Strandhafer zur Stabilisierung der Sandflächen beiträgt und einen wirkungsvollen Uferschutz biete. Bei starkem Wind werde zudem Sandflug verhindert. Auch aus ökologischen Gründen komme für das WSA eine Beseitigung des Strandhafers nicht in Frage.

„Wir bedauern diesen Standpunkt, aber wir müssen ihn zu Kenntnis nehmen“, sagte Carsten Seyfarth nach der Ortsbegehung. Die Stadtverwaltung will verhindern, dass der Strandbereich komplett zuwuchert, wie es in einigen Teilbereichen bereits geschehen ist. Zugeständnisse ließ sich die Behörde nicht abringen. Die Stadtverwaltung vereinbarte aber mit dem WSA die Entwicklung am Strand weiterhin im Auge zu behalten.