Cloppenburg - Nach einer kurzen Pause droht der Streit zwischen der Cloppenburger Stadtverwaltung und dem Bischöflich-Münsterschen Offizialat (BMO) Vechta um die Finanzierung des katholischen St.-Andreas-Kindergartens wieder aufzuflammen. Denn im städtischen Ausschuss für Familie, Soziales, Jugend, Sport, Kultur und Markt stellte die Verwaltung am Dienstagabend einen Antrag des BMO vor, der eine Beteiligung der Stadt an den – schon jetzt feststehenden – über dem Baukostenindex des Landkreises liegenden 337 000 Euro für den Kita-Bau vorsieht. Nach dem derzeit gültigen Schlüssel von 80 Prozent für die Kommune und 20 Prozent für die Kirche müsste die Stadt Cloppenburg rund 270 000 Euro nachschießen.
Das haben weder Verwaltung noch Politik vor. Letztere – so war aus Teilen des Ausschusses zu hören – wolle sich nur an den Mehrkosten für Archäologie und den Kampfmittelräumdienst zur Hälfte beteiligen. Da die Stadtverwaltung diesbezüglich aber keine konkreten Zahlen nennen konnte, wurde kein Beschluss zu diesem Themenkomplex getroffen. Stattdessen wurde die Verwaltung beauftragt, bis zur nächsten Sitzung des vertraulich tagenden Verwaltungsausschusses am 29. Juni aktuelle Kostenziffern zu allen Gewerken beim BMO einzuholen. Die Gesamtkosten liegen aktuell bei 2,076 Millionen Euro. Nach Angaben der Stadt liegt die Kostenobergrenze gemäß Baukostenindex des Landkreises bei 1,568 Millionen Euro, während die Kirche schon zu Baubeginn von 1,9 Mio. Euro ausging. Schon darüber hatte es vor Monaten Streit gegeben (die NWZ berichtete).
„Wir würden uns freuen, wenn sich die Stadt an den Mehrkosten für Archäologie und den Kampfmittelräumdienst beteiligen würde“, bemühte sich BMO-Pressesprecher Dr. Ludger Heuer am Mittwoch kein zusätzliches Öl ins Feuer zu gießen. Das BMO werde als Bauherr regulär zu Ende bauen und mit der Stadt nach dem dann gültigen Baukostenindex abrechnen. Bis zur Erstellung der Endabrechnung könnten noch bis zu zwei Jahre ins Land gehen.
Die Vergangenheit – so die Stadtverwaltung – habe gezeigt, dass der Baukostenindex auskömmlich sei, so bei den Neubauten St. Josef und Abenteuerland wie auch den Sanierungen St. Bernhard und St. Vincenz. In anderen Fällen habe der Träger die über den Baukostenindex hinausgehenden Kosten aufgrund eigener Ansprüche zu 100 Prozent übernommen. Aus Gründen der Gleichbehandlung aller Träger und der grundsätzlichen Auskömmlichkeit dürfe daher auch im vorliegenden Fall nicht anders verfahren werden.
