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Aktualisiert vor 8 Minuten.

Unfall Beim Ahlhorner Dreieck
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NWZonline.de Nachrichten Politik

Stürmische Zeiten auf Sylt

10.01.2015

Westerland Manch’ ein Sylter mag aufatmen: Ein monatelanger Ausnahmezustand geht am Sonntag zu Ende. Seit Sommer beschäftigt die Bürgermeisterwahl in der 13 000-Einwohner-Gemeinde auf der Nordseeinsel nicht nur die Wahlberechtigten, sondern auch ganz Deutschland. Das ist nicht nur dem Mythos Sylt geschuldet, dem Image von der Insel der Schönen und Reichen, sondern auch einer Frau, deren Glamourfaktor schon etwas zurückliegt, die für viele aber wohl perfekt zu diesem Mythos passt. Gabriele Pauli (57), ehemalige Fürther Landrätin und einstige „CSU-Rebellin“, will Sylter Bürgermeisterin werden.

Bei der Wahl im Dezember erhielt sie als Unabhängige von allen sechs Kandidaten die meisten Stimmen, verfehlte aber die notwendige absolute Mehrheit deutlich. Nun geht es am Sonntag in die Stichwahl gegen den gebürtigen Sylter und derzeitigen Bauamtsleiter in Kronshagen bei Kiel, Nikolas Häckel (40). Er ist von der Sylter Wählergemeinschaft aufgestellt worden und wird nun auch von der SPD und dem SSW – der Partei der dänischen Minderheit – unterstützt.

Pauli präsentierte sich im Wahlkampf betont sachorientiert. Sie verwies auf 18 Jahre Erfahrung als Landrätin in Bayern und präsentierte ihr Wahlprogramm auf einer Pressekonferenz. „Wir sind die Mitmach-Insel! Mit Mut und Kraft für ein starkes Sylt!“ – so warb sie auf ihrer Internetpräsenz kurz vor der Wahl.

Paulis Konkurrent unterstrich dagegen seine Sylter Herkunft mit bis ins 18. Jahrhundert zurückreichendem Stammbaum und seine Verwaltungserfahrung. Er präsentierte sich als „ein Sylter für Sylt“.

Für die Kandidaten ist der Bürgermeisterposten offenbar ein Traumjob. Dass es sich eher um einen Knochenjob handelt, geht aus Äußerungen von Amtsinhaberin Petra Reiber hervor, die nach fast 25 Jahren nicht mehr antritt – von „Verschleiß“ sprach sie im Sommer. Denn die Insel hat genug Probleme. So gibt es seit 2014 keine Geburtshilfestation mehr – etwa 80 bis 100 Krankenhausgeburten pro Jahr waren zu wenig. Frauen müssen nun auf dem Festland gebären. Der Zorn darüber hat sich noch nicht gelegt.

Mit einer Stiftung will Pauli die Station wiedererstehen lassen – und noch mehr: „Sylt soll bundesweit attraktiv werden für Geburten, für sanftes und natürliches Gebären“, sagte sie dem „Stern“. „Frauen aus allen Landesteilen könnten zum Kinderkriegen auf die Insel reisen.“ Ein Begrüßungsgeld von 5000 Euro pro Baby brachte Pauli zudem ins Gespräch – Häckel lehnt ein „Babykopfgeld“ als nicht nachhaltig ab. Die geringe Geburtenzahl trägt zu anderen Entwicklungen bei: 2014 wurde eine Schule geschlossen, ein Kindergarten folgt dieses Jahr.

Die Promi-Insel kennt auch Armut: Immerhin 150 Menschen gehören zu den erwerbsfähigen Leistungsbeziehern, die Sylter Tafel verzeichnet eine steigende Kundenzahl. Ein Dauerbrenner ist der Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Viele Wohnungen werden in teure Ferienunterkünfte umgewandelt.

Der Küstenschutz war ebenfalls Thema im Wahlkampf. Herbst- und Winterstürme nagen an der Insel, sie ist auf jährliche Sandaufspülungen angewiesen. Auch am Wahlwochenende wird sie nach den Wettervorhersagen schwer umtost sein. Wenn dann aber der nächste Sturm kommt, hat die Gemeinde schon ein neues Oberhaupt.

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