STUTTGART - Nach heftigem Druck aus der eigenen Partei zieht der SPD-Abgeordnete Jörg Tauss weitere Konsequenzen aus der Kinderporno-Affäre und verzichtet auf eine Kandidatur für die Bundestagswahl. „Die Belastungen sind zu groß und vor allem die Attacken von außen, leider auch aus den eigenen Reihen, sind zu groß“, sagte Tauss am Donnerstag.

Baden-Württembergs SPD-Landeschefin Ute Vogt begrüßte den Verzicht auf die Kandidatur als „richtigen Schritt“ mit Blick auf den Wahlkampf dieses Jahr. Tauss will sein Mandat bis zur Wahl im September behalten.

Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe ermittelt wegen des Verdachts der Kinderpornografie gegen Tauss. Er hatte kurz nach dem Fund von Kinderporno-Bildern in seinen Räumen vor drei Wochen bereits sein Amt als medienpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion abgegeben und war als Generalsekretär der Südwest-SPD zurückgetreten.

Der Abgeordnete warf der SPD-Landtagsfraktion vor, ihn gemobbt zu haben. Baden-Württembergs SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel wies die Anschuldigungen als „lächerlich“ zurück. „Am Ausscheiden von Tauss aus der Politik trägt nur einer die Schuld – und das ist Tauss selbst.“