STUTTGART - Bei den Ermittlungen gegen den früheren Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Ex-Finanzvorstand Holger Härter sind auch die Privatwohnungen der Manager durchsucht worden. Im Rahmen solcher Ermittlungen sei es die Regel, dass auch die privaten Räumlichkeiten der Verdächtigen ins Visier genommen werden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart.
Die Ermittler prüfen den Verdacht auf Marktmanipulation und unbefugte Weitergabe von Insiderinformationen beim Übernahmedrama zwischen VW und Porsche. Bei den Ermittlungen geht es nach Medien-Informationen unter anderem darum, dass der frühere Finanzchef Härter dem SPD-Politiker Claus Schmiedel Interna weitergegeben haben soll. Härter soll dem SPD-Fraktionsvorsitzenden im Stuttgarter Landtag gesagt haben, dass Porsche auch im Geschäftsjahr 2008/09 (31. Juli) einen operativen Gewinn von 700 bis 800 Millionen Euro einfahren wird. Schmiedel hatte diese Zahlen dann in einem Zeitungsinterview Ende Mai ausgeplaudert.
Außerdem nehmen die Ermittler dem Vernehmen nach die Rolle des Sportwagenbauers im Zusammenhang mit Kursbewegungen der VW-Aktie genauer unter die Lupe.
Der „Spiegel“ schreibt, Porsche soll im Frühjahr 2009 mit Hilfe einer Frankfurter Bank, die ebenfalls durchsucht worden sei, den Kurs der VW-Papiere auf einem gewissen Niveau stabil gehalten haben. Damit sollte dem Bericht zufolge verhindert werden, dass es bei großen Kursbewegungen der Aktien zu massiven Verlusten für Porsche kommt.
