SüDFRIESLAND - Sich stark vermehrende Raupen, Trockenheit, Spätfröste und zusätzlicher Befall durch Mehltau machen den Eichen in den Landesforsten immer wieder das Leben schwer. Insbesondere die Insekten der so genannten Eichenfraßgesellschaft haben Eichen zum Fressen gern. Die gefräßige Gesellschaft besteht vor allem aus Frostspannern und Eichenwicklern. Diese neigen seit einigen Jahren wieder zur Massenvermehrung.
„Die Niedersächsischen Landesforsten beobachten die alljährlich wiederkehrende Situation mit Sorge, denn Kahlfraß führt bei unseren Eichen zu Vitalitätsverlusten. Die Eichenwälder sind ohnehin schon durch Trockenstress und Schadstoffeinträge belastet, der Kahlfraß kann im extremen Fall zum Absterben der betroffenen Bäume führen“, so Dr. Martin Dippel, Leiter des Niedersächsischen Forstamtes Neuenburg.
Um sich ein Bild über die im nächsten Jahr zu erwartende Entwicklung der Frostspanner zu machen, werden in diesen Tagen Leimringe an die Borke einiger Eichen ausgebracht. Die flügellosen Spannerweibchen krabbeln bei frostigen Temperaturen, vor allem Anfang November, aus dem Boden in die Baumkronen um dort ihre Eier abzulegen. Auf dem Weg dahin werden sie von ihren männlichen Artgenossen umschwärmt und begattet. Beim Hochzeitsaufstieg gehen die Spannerweibchen den Forstleuten sprichwörtlich auf den Leim – sie bleiben kleben und können dort gezählt werden.
Die Prognosezahlen werden zentral bei der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) in Göttingen erfasst und ausgewertet. „Auf der Grundlage dieser und weiterer Überwachungsergebnisse werden die Landesforsten dann gemeinsam mit den Waldschutzexperten der Versuchsanstalt die weitere Strategie beraten“, berichtet Ulrich Zeigermann, stellvertretender Forstamtsleiter im Forstamt Ahlhorn.
Im ganzen Forstamt Neuenburg und in zwei Revieren des Forstamtes Ahlhorn werden Leimringe zurzeit an ausgewählten Probebäumen angelegt.
