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NWZonline.de Nachrichten Politik

Krise: Flugzeugabschuss empört Iraner

13.01.2020

Teheran /London Nach dem irrtümlichen Abschuss eines Passagierflugzeugs im Iran haben Tausende Menschen gegen die Führung der Islamischen Republik protestiert. Die Demonstranten in Teheran empörten sich über das Eingeständnis der iranischen Staatsführung, doch für den Absturz des ukrainischen Passagierflugzeugs verantwortlich zu sein. Zuvor hatten die Behörden das tagelang abgestritten und von einem technischen Defekt als Ursache gesprochen. Bei dem Abschuss starben 176 Menschen, darunter nach Angaben Teherans 147, die auch die iranische Staatsbürgerschaft hatten.

Die Revolutionsgarden erklärten, die Maschine sei versehentlich als feindlicher Marschflugkörper eingestuft und dann abgeschossen worden. Präsident Hassan Ruhani versprach eine gründliche Untersuchung und sagte, der „unverzeihliche Vorfall“ werde juristisch konsequent verfolgt. Zudem sollten die Familien der Opfer entschädigt werden.

Ähnlich äußerte sich der oberste Führer, Ajatollah Ali Chamenei, der sein tiefstes Mitgefühl ausdrückte und eine lückenlose Aufklärung forderte. Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj nahm eine offizielle Entschuldigung Ruhanis an und kündigte an, Entschädigungsforderungen zu übersenden. Die Lage war eskaliert, nachdem die USA den iranischen Top-General Ghassem Soleimani Anfang Januar in Bagdad gezielt getötet hatten.

Unterdessen wurde der britische Botschafter Rob Macaire am Samstagabend eine halbe Stunde lang festgesetzt, wie er auf Twitter schrieb. Zuvor habe er an einer Trauerkundgebung für die Absturzopfer teilgenommen, unter denen auch Briten waren. Die Veranstaltung verließ er aber nach eigenen Angaben nach fünf Minuten, als Parolen gerufen wurden. Er habe nicht an einer Demonstration teilgenommen, betonte er. Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete dagegen, Macaire habe vor der Universität Amir Kabir Demonstranten animiert, „radikale Aktionen“ durchzuführen. Er wurde deshalb am Sonntag ins Außenministerium einbestellt. Der britische Außenminister Dominic Raab schrieb dagegen von einer grundlosen und unbegründeten Festnahme. Auch die Bundesregierung rügte die Festsetzung des Botschafters als „völlig inakzeptablen Verstoß gegen internationales Recht“.

US-Präsident Donald Trump schickte inhaltsgleiche Twitter-Nachrichten auf Englisch und auf Persisch an das „tapfere, leidgeprüfte“ iranische Volk. „Ich stehe seit Beginn meiner Präsidentschaft an Ihrer Seite, und meine Regierung wird Ihnen auch weiterhin zur Seite stehen“, schrieb er an die Demonstranten. In einem weiteren Tweet forderte Trump, die iranische Regierung müsse Menschenrechtsorganisationen erlauben, die anhaltenden Proteste zu beobachten.

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