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NWZonline.de Nachrichten Politik

Diplomatische Beziehungen: Was Israel und Emirate zusammenbringt

15.08.2020

Tel Aviv /Abu Dhabi Die am Donnerstag verkündigte Einigung zum Abkommen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist ein Meilenstein im Nahost-Konflikt. Nach Ägypten und Jordanien sind die Emirate erst das dritte arabische Land, das zu Israel diplomatische Kontakte aufnimmt. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu kann das Abkommen genauso als Erfolg verbuchen wie der Kronprinz von Abu Dhabi, Mohammed bin Said. Zusammengebracht hat beide vor allem ein gemeinsamer Feind: der schiitische Iran.

Planung im Geheimen

Israel und die Emirate führten bislang keine Beziehungen miteinander. Über inoffizielle Kanäle standen sie aber längst in Kontakt. Auch wirtschaftlich sollen sie bereits kooperiert haben. Der Kampf gegen Corona soll den Abkommensplänen Schwung verliehen haben, berichtet der israelische Channel 12. Laut „New York Times“ soll der Mossad zu Beginn der Pandemie heimlich medizinisches Gerät in die Emirate verschifft haben.

Gemeinsamer Feind

Israel und die Emirate eint vor allem ihre Feindschaft zum Iran, dessen Machtambitionen in der Region sie eindämmen wollen. Seit der islamischen Revolution von 1979 erkennt der Iran die Souveränität Israels nicht an. Teheran betrachtet das Land als Erzfeind und hat mehrmals mit dessen Vernichtung gedroht.

Aber auch die Emirate sehen im Golfnachbarn Iran die größte Gefahr für ihre nationale Sicherheit. Gemeinsam mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman führt Mohammed bin Said den Anti-Iran-Block in der arabischen Welt an. Die beiden verbündeten Staaten begannen etwa vor drei Jahren die Blockade gegen das Emirat Katar. Einer der Vorwürfe gegen Doha: zu enge Beziehungen zum Iran. Zurückdrängen wollen Israel und die Emirate auch den Einfluss islamistischer Bewegungen – wie etwa die palästinensische Hamas.

ERFOLG FÜR NETANJAHU

Israels Regierungschef legt seine Pläne für eine Annexion von Gebieten im Westjordanland zugunsten einer Annäherung mit den Emiraten auf Eis. „Netanjahu bekommt eine gesichtswahrende, bedeutsame Belohnung dafür, dass er etwas nicht tut, was er in dem derzeitigen politisch-diplomatischen Kontext eh nicht hätte tun können“, sagt Joshua Krasna, Politikwissenschaftler am Jerusalem Institut für Strategie und Sicherheit. Mit diesem Bruch eines zentralen Wahlkampfversprechens geht er aber auch ins Risiko. Laut des Präsidenten des Israelischen Demokratie-Institutes, Johanan Plesner, dürfte Netanjahu für die Entscheidung in Israel viel Zuspruch erhalten. Doch im rechten Lager, seiner Wählerbasis, könnte er Unterstützung verlieren. Die Siedler im Westjordanland toben bereits.

Wütende Palästinenser

Wie die Siedler fühlen sich auch die Palästinenser verraten. Bislang galt es als Tabu für arabische Staaten, vor einer Lösung des Nahost-Konflikts friedliche Abmachungen mit Israel zu schließen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas beorderte den Botschafter aus den Emiraten zurück.

Nutzen für Emirate

Kronprinz Mohammed bin Said stellt sich mit dem Abkommen an die Spitze der di­plomatischen Bewegung in der arabischen Welt. Der Golfstaat kann nun auf wirtschaftliche, militärische und technologische Hilfe aus Israel und den USA hoffen. Doch das Land geht damit auch ins Risiko. Schon in 2019 kam es vor der Küste zu Angriffen gegen Schiffe, für die die Emirate Iran verantwortlich machten. Das Abkommen könnte die Spannungen in der konfliktreichen Region vergrößern.

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