Hannover - War die blutige Messerattacke einer 15-jährigen Deutsch-Marokkanerin auf einen Polizisten im Hauptbahnhof von Hannover am vergangen Freitag ein Terror-Attentat mit islamistischem Hintergrund? Ermittler schließen einen „religiös-politischen Hintergrund“ nicht aus, so Oberstaatsanwalt Thomas Klinge, der aber vorsichtig bleibt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Schülerin wegen versuchten Mordes. Sie fiel bereits wegen Diebstahls und Körperverletzungen auf.
Die 15-Jährige rammte einem Bundespolzisten bei einer Ausweiskontrolle plötzlich ein sechs Zentimeter langes Küchenmesser in den Hals. Ohne Worte. Ohne sichtbare Regung. Das schwer verletzte Opfer überlebte dank einer Not-Operation. Ein zweiter Polizist konnte das Mädchen festnehmen. Beamte schilderten die Jugendliche als kühl und beherrscht, nur als sie ihr Kopftuch ablegen musste, sei sie ausgerastet.
Die Fahnder vermuten, dass das Attentat geplant war. Ermittler gehen jetzt Hinweisen nach, dass die 15-Jährige vorher an der türkisch-syrischen Grenze gewesen sein soll, weil sie mit den Kämpfern des Islamischen Staates (IS) sympathisiere.
Während das Innenministerium das Attentat nicht kommentieren will, reagieren Landtags-Politiker entsetzt. „Ich fühle mich bestätigt, dass wir nicht immer mehr neue Gesetze gegen gewalttätige Islamisten brauchen, sondern bessere Sicherheitsbehörden und einen besser aufgestellten Verfassungsschutz“, sagt FDP-Fraktionschef Christian Dürr der NWZ. CDU-Fraktionschef Björn Thümler fordert eine „schnelle wie sorgfältige Aufklärung des Vorgangs“. „Das Eindampfen des CDU-Programms gegen Islamisten durch Rot/Grün war falsch “, sagt Thümler der NWZ. Niedersachsen müsse viel stärker hinsehen, „wie und wo sich junge Leute radikalisieren“.
