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NWZonline.de Nachrichten Politik

Terroristen stürmen Polizeischule – 60 Tote

26.10.2016

Islamabad Angreifer in Sprengstoffwesten haben in der Nacht zum Dienstag eine Polizeiakademie in Pakistan gestürmt und dabei mindestens 59 Menschen getötet sowie 117 weitere verletzt. Unter den Opfern seien hauptsächlich Nachwuchskräfte der Polizei, sagte der Polizeisprecher der Großstadt Quetta, Shahzada Farhat. Es seien jedoch auch einige Kräfte der Armee ums Leben gekommen, die gegen die Angreifer vorgegangen seien.

Die Attacke ereignete sich am Rande von Quetta, der Hauptstadt der Provinz Baluchistan. Der Provinzregierung zufolge stürmten vier bis sechs Angreifer kurz vor Mitternacht ein Wohnheim der dort ansässigen Polizeiakademie. Demnach schossen sie zunächst auf schlafende Kadetten, ehe sie sich anschließend knapp vier Stunden lang einen wilden Schusswechsel mit den Sicherheitskräften lieferten. Dann sprengten sie sich in die Luft.

Weil es so viele Schwerverletzte gibt, wird befürchtet, dass die Opferzahl weiter steigen könnte. Es handelt sich um einen der schlimmsten Angriffe auf pakistanische Sicherheitskräfte der vergangenen Jahre.

Am Dienstagmittag herrschte zunächst Verwirrung darüber, wer für die Tat verantwortlich ist. Mehrere Bekennerschreiben tauchten auf.

Die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich über ihr Sprachrohr Amak zu dem Angriff und behauptete, drei IS-Kämpfer hätten 60 Nachwuchskräfte der Polizei in Quetta getötet. Doch auch die von den pakistanischen Taliban abgespaltene Hakimullah-Gruppe erklärte sich zum Tatverantwortlichen. Beide Bekenntnisse wurden von den pakistanischen Behörden bislang nicht bestätigt.

Ein Schüler schilderte dem TV-Sender Geo das Geschehen in der Akademie. „Sie stürmten feuernd auf unser Gebäude zu, also eilten wir aufs Dach und sprangen hinten herunter“, sagte er. Ein anderer berichtete davon, dass er nur noch zu Gott gebetet habe, dass er ihn beschütze möge.

Das Nachbarland Afghanistan verurteilte den Angriff, wies aber auch Vorwürfe Pakistans zurück, wonach die Attacke in seinem Einflussgebiet geplant worden sei. „Afghanistan ist das größte Opfer von Terrorismus und prangert alle Terroranschläge an“, sagte Mohammed Harun Chachansuri, der Sprecher von Präsident Aschraf Ghani. Der Staatschef selbst fügte in einer eigenen Erklärung hinzu: „Terrorismus ist eine Gefahr für die ganze Region, was sich heute in der brutalen Tat in Quetta widerspiegelt.“

Auch das Auswärtige Amt in Berlin verurteilte die Attacke. „Dieser hinterhältige Angriff zeigt erneut, dass der internationale Terrorismus eine Bedrohung für uns alle ist, die wir gemeinsam bekämpfen müssen“, sagte ein Sprecher.

Der Polizeichef von Baluchistan, Ahsan Mahboob, sagte, vier Angreifer hätten versucht in das Wohnheim der Polizeischüler einzudringen. Doch hätten Wachleute Widerstand geleistet, woraufhin es zum Feuergefecht gekommen sei. Bald hätten Polizisten und paramilitärische Einheiten das Gebäude umstellt.

Baluchistans Innenminister Sarfaraz Bugti sagte, einer der Täter sei von Sicherheitskräften getötet worden und zwei weitere hätten ihre Sprengstoffwesten zur Detonation gebracht. Zum Zeitpunkt der Attacke hätten sich rund 700 Nachwuchskräfte auf dem Gelände aufgehalten. Mehr als 200 Schüler hätten unmittelbar nach dem Angriff gerettet werden können.

Baluchistan gilt seit mehr als einem Jahrzehnt auch als Schauplatz kleiner, aber anhaltender Attentate von Separatistengruppen. Erst Stunden vor der Attacke auf die Polizeischule hatten Bewaffnete in der 145 Kilometer südlich von Quetta gelegenen Stadt Surab zwei Zollbeamte erschossen. Ein weiterer wurde verletzt.

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