Hannover/Karlsruhe - Ein islamistisches Terrornetzwerk von Hannover war nach Informationen der NWZ offenbar verantwortlich für die spektakuläre Absage des Fußball-Länderspiels zwischen Deutschland und Niederlande am 17. November 2015. Das geht aus den Akten für den Untersuchungsausschuss des Landtags zu islamistischen Gefahren in Niedersachsen hervor. Eine Sprecherin des Generalbundesanwalts bestätigte der NWZ , dass wegen der Länderspielabsage zwei Ermittlungsverfahren laufen – gegen den 19-jährigen Mohammed Hassan K. aus Hannover-Misburg wegen des Verdachts der Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und gegen Faiz A. wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung.
In einem Video ist Mohammed Hassan K. im geräumten Stadion mit Ordnerweste zu sehen, wie er „Bettet für Rakka“ (IS-Hauptstadt in Syrien) ruft. Der 19-Jährige stand nicht auf der Ordnerliste für das Spiel. Laut Polizeiprotokoll wurde nach der Räumung des Stadions eine „vorgangsrelevante Person festgestellt“. Bei Mohammed Hasan K. fand eine Hausdurchsuchung statt.
Die Absage erfolgte nach einem Tipp des französischen Geheimdienstes, der vor fünf Attentätern, darunter eine Frau, warnte und Faiz A. namentlich nannte. Eine Lehrerin von Mohammed Hassan K. warnte am Spieltag die Polizei, dass der Jugendliche etwas Schreckliches plane.
Die beiden sind Teil des islamistischen Netzwerks, zu dem der seit Juli abgetauchte Afghane Ahmed Feredaws A. (24) gehört, der mit Selbstmordanschlägen in Kabul gedroht hat. Weiteres Mitglied: der 19-jährige Saleh S., der sich dem IS anschließen wollte und am 5. Februar einen Molotow-Anschlag auf Passanten am Bahnhof verübte. Die einzige Frau: Salehs Schwester Safia S. (16), die am 26. Februar einen Polizisten mit dem Messer verletzte und derzeit in der JVA Cloppenburg/Vechta einsitzt. Mohammed Hassan K. ist als Mitwisser angeklagt.
