Hannover - Niedersachsens Weidetierhalter schicken einen Hilferuf an die Landesregierung. Die immer größere Zahl von Wölfen bedroht die Existenz kleiner Landwirtschaftsbetriebe. „Wenn der Wolf ein Niedersachse wird, dann haben wir bald keine Weidetiere mehr. Wolf und freie Weidehaltung schließen sich aus“, bringt es Martin Holm, Verbandschef der niedersächsischen Kuhhalter, auf den Punkt. Schäfer stimmen zu. „Im letzten Jahr haben Wölfe 25 Rinder und eine im dreistelligen Bereich liegende Zahl von Schafen gerissen“, klagt Holm, der die Zahl der Wölfe begrenzen will.

Die Entschädigungszahlungen des Umweltministeriums reichen hinten und vorne nicht, sagt der Tierhalter. Entweder komme kein Geld oder erst nach vielen Monaten. Und die Empfehlung von Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne), freie Herden mit Zäunen zu schützen, sei unbezahlbar, klagt Holm: „Das würde Tierhalter 15 Millionen Euro kosten.“

Die FDP will jetzt die Klage der Tierhalter in den Landtag bringen. Gleich 83 Fragen hat die FDP-Fraktion an die Landesregierung geschickt. Tägliche Wolfsangriffe seien ein Alarmsignal, sagt der FDP-Umweltpolitiker Gero Hocker.