Peking - Spektakuläres Finale im Politkrimi um Bo Xilai: Ein chinesisches Gericht hat Gu Kailai, die Frau des entmachteten Spitzenpolitikers, am Montag wegen Giftmordes an einem Briten zu einer Todesstrafe auf Bewährung verurteilt. Das gaben der Anwalt der Familie des Mordopfers und die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua bekannt. Die 53 Jahre alte Anwältin Gu Kailai verzichtet auf einen Einspruch gegen das Urteil und könnte damit im günstigsten Fall nach neun Jahren wieder freikommen. Das chinesische Staatsfernsehen CCTV sendete Bilder von der Urteilsverkündung in der ostchinesischen Stadt Hefei. Dabei sagte sie: „Ich halte das Urteil für gerecht.“

Die einflussreiche Politikerfrau hatte am 9. August in einer nur sieben Stunden dauernden Verhandlung zugegeben, den britischen Geschäftsmann Neil Heywood in Chongqing vergiftet zu haben. Am Montag wurde sie deswegen zu einer Todesstrafe auf Bewährung verurteilt. Wenn sich die 53-Jährige innerhalb von zwei Jahren im Gefängnis nichts zuschulden kommen lässt, kann das Urteil in langjährige Haft umgewandelt werden. Gu Kailai sagte: „Das Urteil zeigt umfangreich, wie sehr das Gericht das Gesetz, die Wahrheit und das Leben respektiert.“

Ihr mitangeklagter Assistent Zhang Xiaojun muss wegen Beihilfe zum Mord für neun Jahre ins Gefängnis.

Gu Kailais Mann, der ehemalige chinesische Spitzenpolitiker Bo Xilai, hatte vor dem im Herbst anstehenden Machtwechsel in der Kommunistischen Partei Chinas gute Chancen auf eines der höchsten Ämter gehabt. Doch die Mordaffäre beendete im April seine politische Karriere.