Er galt bisher als der größte Verlierer der serbischen Politik. Tomislav Nikolic, neuer Staatschef Serbiens, war seinem Gegner Boris Tadic zuvor bei Präsidentenwahlen zweimal unterlegen. Mit seiner extrem nationalistischen Radikalen Partei (SRS) war er immer wieder Gewinner bei Parlamentswahlen, konnte aber mangels Bündnisgenossen keine Regierung bilden. Nur für fünf Tage war er 2007 Parlamentspräsident, dann jagte ihn eine neue Mehrheit aus dem Amt. Der 60-Jährige häutete sich vom Extremisten zum Europäer und Demokraten. Seine erst 2008 gegründete gemäßigte Fortschrittspartei (SNS) wurde vor zwei Wochen bei den Parlamentswahlen Gewinner – und kommt doch wieder wegen fehlender Koalitionspartner nicht an die Regierung. Weil Brüssel und die USA klar Tadic unterstützt hatten, wurde Nikolic bisher von europäischen wie amerikanischen Politikern meist links liegen gelassen.