TOSSENS - „Auch der Minister ist der Ansicht, dass bei der Realisierung von ökologischen Kompensationsmaßnahmen im Langwarder Groden die Bevölkerung mit eingebunden werden muss“, berichtete Dieter Brockhoff. Der Vorsitzende des Fördervereins Langwarder Groden und seine Mitstreiter hatten am Montag Gelegenheit, ihr Anliegen erneut Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) vorzutragen.
Dessen Teilnahme an der Inbetriebnahme der EWE-Stromtankstelle im Center Parcs Nordseeküste in Tossens (dieNWZ
berichtete) nutzte der FDP-Gemeindeverband Butjadingen, um im Anschluss daran mit Hans-Heinrich Sander einige aktuelle umweltpolitische Themen in Butjadingen zu besprechen. Daran nahmen auch die Vertreter des Fördervereins Langwarder Groden und Bürgermeister Rolf Blumenberg teil.Wie Hajo Meiners, Vorsitzender des FDP-Gemeindeverbandes, mitteilte, sei dem Minister die Notwendigkeit erläutert worden, dass die geplante Aufstellung einer mobilen Messstation im Bereich Eckwarderhörne nicht auf ein Jahr beschränkt werden dürfe. Diese Zeit reiche nicht aus, um zuverlässige Daten über etwaige Schadstoffimmissionen für Butjadingen durch die neuen Industrieanlagen in Wilhelmshaven bekommen zu können.
Das neue, vom Butjadinger Gemeinderat unterstützte Positionspapier des Fördervereins Langwarder Groden stellte Jan Dunkhase dem Minister vor. Insbesondere die daran enthaltende Kritik, dass die Folgen des Wasserabflusses aus einem überfluteten Langwarder Groden, was das Ziel der Kompensationsvorhaben ist, nicht untersucht wurde, habe Niedersachsens Umweltminister mit Verwunderung zur Kenntnis genommen, so Dieter Brockhoff.
Gleiches gelte für die Befürchtung des Fördervereins, dass veränderte Strömungsverhältnisse zu einer Gefährdung des Kutter- und des Sportboothafens in Fedderwardersiel sowie der Nordseelagune in Burhave und der Entwässerung des Binnenlandes führen könnten.
Ein weiteres Thema des Gesprächs waren die negativen Wirkungen der Weservertiefung für die Landwirtschaft (Versalzung des Tränkwassers) und die Natur. Schon jetzt sei wegen des gestiegenen Salzgehaltes eine zunehmenden Verschilfung der Gewässer festzustellen, die die Zu- und Entwässerung erschwert.
Hans-Heinrich Sander sagte seinen Gesprächsteilnehmern eine schnelle Prüfung ihrer Anliegen in seinem Ministerium zu. Man will weiter im engen Kontakt bleiben.
