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NWZonline.de Nachrichten Politik

Trauer um unbestechlichen Intellektuellen

22.12.2016

Berlin Ein überzeugter Wertkonservativer, geschätzt über alle politischen Grenzen hinweg? Dafür stand jahrzehntelang ein Name: Karl Feldmeyer, Korrespondent für die Frankfurter Allgemeine Zeitung – erst in Bonn und nach dem Umzug der Bundesregierung bis zur Pensionierung in Berlin, zuständig für Deutschland- und Sicherheitspolitik und für die CDU. Eine Institution. Seine Artikel Pflichtlektüre für alle Korrespondenten: „Hast Du schon ,den Feldmeyer’ heute gelesen?“

„Der Feldmeyer“ – ein Begriff. Im Showbusiness würde man von einem Star sprechen. Wie ganz anders war Karl Feldmeyer in seinem Auftreten. Freundlich, immer höflich, unglaublich gebildet und mit einem unschätzbar großen politischen Erfahrungsschatz ausgestattet. Ein Fels in der Brandung des Zeitgeistes. Gerade junge Korrespondenten konnten von ihm lernen. Ebenso geduldig wie gerne teilte Karl Feldmeyer seinen Erfahrungsschatz mit Jüngeren. Niemals von oben herab. Stets kollegial. Helfend.

Aber verschwiegen, was seine Quellen anging. Niemals hätte Karl Feldmeyer persönlich-Intimes von Politikern ans Licht gezerrt. Dabei wusste Feldmeyer (fast) alles. Bei politischen Skandalen war er dagegen unerbittlich, beim Durchleuchten von Hinter- und Abgründen, beim Aufdecken von politischen Ränkespielen. Immer der Wahrheit verpflichtet – und keiner Regierung und Partei. Er wollte nicht bequem sein, schon gar nicht, wenn es um die Wahrheit oder die Sache ging.

Gut, manchmal drehte Karl Feldmeyer auch ein wenig an politischen Schräubchen, wenn es nach seiner Ansicht um wichtige Weichenstellungen ging – beispielsweise am Ende der Ära Kohl.

Zweimal wurde der aus Mindelheim stammende Feldmeyer mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet. 1978 berichtete er über den Bundeswehr-Spionagefall Lutze/Wiegel und erhielt die renommierte Auszeichnung, 2006 wurde er für sein Lebenswerk mit dem Theodor-Wolff-Preis des Bundesverbands der deutschen Zeitungsverleger ausgezeichnet. Im November 2013 erhielt Feldmeyer den Gerhard-Löwenthal-Ehrenpreis für Publizistik der Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung in Berlin.

Mehr als zehn Jahre, seit 2006, schrieb der studierte Politikwissenschaftler und Historiker für die Leser dieser Zeitung vielgelesene und vieldiskutierte Kolumnen zu deutschland- und sicherheitspolitischen Themen. 78-jährig verstarb Feldmeyer jetzt in Berlin.

Gunars Reichenbachs
Chefkorrespondent
Redaktion Hannover
Tel:
0511/1612315

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