Oldenburg - Das Weidenfest bleibt ein Selbstläufer im Terminkalender des Stadtlebens. Über tausend Gäste kamen am Mittwochabend bei mäßigem Wetter zum 29. Sommerfest der Stiftung Bahn-Sozialwerk nach Bümmerstede – besser: auf Fokkis Weide. Den Namen hat die Weide von ihrem Besitzer Helmut Fokkena. Der frühere Geschäftsführer der Weser-Ems-Bus, den alle Welt nur Fokki nennt und dessen Leben ein gewisses Maß an Öffentlichkeitsorientierung aufweist, hat aus dem ursprünglichen Umtrunk zum Brunnenbohren im Laufe der Jahre ein gesellschaftliches Ereignis gemacht.

Ehrengast gestern Abend: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Der Regierungschef war vor einem Jahr erstmals Weidengast gewesen – damals als Oberbürgermeister des aus Oldenburger Sicht eher feindlichen Hannover und Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahl. Die Fete hatte Weil derart gut gefallen, dass er spontan versprach, wiederzukommen – und diesmal den Weidenbesuch in seine erste Sommerreise als Ministerpräsident eingebaut hatte. Fokkis Kommentar: „Wir werden dir nie vergessen, lieber Stephan, dass du Wort gehalten hast.“

Befördert wurde Weil standesgemäß: ab Bümmersteder Krug in der Oldenburg-Kutsche. Das legendäre Gefährt mit Kutscher Gerold Claußen war deutschlandweit bekannt geworden, weil es den letzten Koffer des Oldenburger Bundestagsabgeordneten und späteren Oberbürgermeisters Dietmar Schütz auf einer spektakulären Fahrt von Bonn nach Berlin gebracht hatte.

Mit Weil feierten Oberbürgermeister Gerd Schwandner, Polizeipräsident Johann Kühme und jede Menge Vertreter von Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft.