TUNGELN - Der Kindergarten in Tungeln soll durch einen Ausbau des benachbarten ehemaligen Sportlerheims des SV Tungeln mehr Raum für seine Kinder erhalten. Außerdem wird der alte Bau an der Oberlether Straße saniert. Mit großer Mehrheit hat der Ausschuss für Jugend und Soziales einer entsprechenden Vorlage zugestimmt. Die endgültige Entscheidung wird der Verwaltungsausschuss treffen.
Kassenkredite auf Null
Insgesamt 350 000 Euro dürften die Sanierung und der Ausbau kosten. 220 000 Euro sind auch schon im Haushalt 2012 berücksichtigt worden. Und der Gemeinde geht es derzeit finanziell nicht schlecht. Wardenburg habe mit Stand 31. Mai 2012 die Kassenkredite auf Null gefahren, betonte Bürgermeisterin Martina Noske in der öffentlichen Sitzung im Kindergarten.
Bezogen auf die Gesamtkosten und ihre Zusammensetzung nannte Architekt Achim Wiechmann folgende Zahlen: 120 000 Euro für den Umbau des Sportlerheims, 10 000 Euro für das Neugestalten der Außenanlagen sowie 220 000 Euro für die Sanierung des alten Gebäudes (neue Fenster, Elektrik, Dachdämmung, Hohlraumversiegelung, Ausbau des Bewegungsraums etc.). Wie die Verwaltung betont, ist die Tungeler Kindertagesstätte die größte Einrichtung dieser Art in der Gemeinde. Einschließlich der Krippe, die als Außenstelle an der Straße „An der Mühle“ in gemieteten Räumen geführt wird, gibt es insgesamt zehn Gruppen mit insgesamt 198 Plätzen und 28 Mitarbeiterinnen.
131 Kitaplätze
Den Löwenanteil machen die 131 Kindergartenplätze (für Kinder ab drei Jahre bis zur Einschulung) aus. Daneben gibt es 40 Hortplätze für Schulkinder (sechs bis zwölf Jahre) sowie 27 Krippenplätze (sechs Monate bis drei Jahre).
Derzeit mangelt es an einem ausreichend großen Mitarbeiterraum für Dienstbesprechungen. Vorhandene Räume werden bereits mehrfach genutzt (Therapie und Ruhestunden). Es fehlen Räume für Elterngespräche und fürs Turnen und andere Bewegungsformen. Gleiches gilt für Aufführungen der Kindergartenkinder für Eltern und Gäste. Die Hortgruppe benötigt dringen eine Rückzugsmöglichkeit, damit Hausaufgaben ungestört gemacht werden können. Beinahe zu klein ist auch der erst wenige Jahre alte Frühstücksraum: 118 Portionen werden hier morgens und 90 Portionen mittags an die Kinder ausgegeben, berichtete Kindergartenleiterin Beate von Lienen.
Alle Fraktionsvertreter betonten, dass sie die Notwendigkeit für den Um- und Ausbau der Betreuungseinrichtung sehen und stimmten entsprechend. Armin Köpke (CDU) betonte allerdings, dass in seiner Fraktion kontrovers über die steigenden Kinderbetreuungskosten diskutiert worden sei. „Ich weiß allerdings nicht, wo man hier etwas streichen sollte“, lautete sein Fazit. Die Grünen sehen sogar einen klaren Imagegewinn. „Die Gemeinde hat Standards in der Kinderbetreuung gesetzt, damit ziehen wir junge Familien an“, betonte Veronika Hillenstedt.
FWG-Ratsfrau enthält sich
Das sieht die SPD ähnlich. Es sei wichtig, an dieser Stelle zu investieren, weil ein guter Start in der Kindheit viele Probleme in der Jugend verhindere, argumentierte Andreas Klarmann (SPD). Kora Heißenberg (FDP) hält das finanzielle Engagement der Gemeinde ebenfalls für gerechtfertigt. Durch die Betreuung für Null- bis Zehnjährige sei so etwas wie ein „Mehrgenerationenort“ der Heranwachsenden entstanden.
Lediglich die Ratsfrau der FWG, Heike Hohnholt-Dannemann, enthielt sich der Stimme, weil ihre Fraktion den Umzug des SV Tungeln nach Hundsmühlen weiterhin vehement ablehnt. Ihre Enthaltung richte sich aber ganz ausdrücklich nicht gegen die Pläne im Kindergarten, versicherte die Ratsfrau.
