Hude - Der TV Hude arbeitet an einem Konzept zur Prävention von Diskriminierung, Gewalt, Rassismus und sexuellem Missbrauch. Erste Ergebnisse wurden bereits auf der Jahreshauptversammlung des Vereins präsentiert.
Sportvereine stünden beim Thema sexueller Missbrauch in einer besonderen Verantwortung, wie Sportreferent Felix Lingenau vom TVH erklärt: „Überall, wo intensive Jugendarbeit betrieben wird, finden potenzielle Täter ein großes Angebot, um ihre Neigungen auszuleben. Sportvereine gehören damit zu einer Risikogruppe und es wäre fahrlässig, sich nicht zu schützen.“ Zwar gebe es im Verein keine Verdachtsfälle. Da das Thema aber derzeit sehr präsent ist, habe man sich entschlossen, ein Konzept zur Prävention zu erarbeiten.
Das Ziel, dass sich der Verein gesetzt hat, ist klar definiert: Es soll ein Klima geschaffen werden, in dem sich Täter nicht wohlfühlen. „Sie sollen merken, dass bei uns hingesehen wird und dass sie nicht ungestört sind“, sagt Lingenau. „Wir gehen offen und transparent mit dem Thema um und sprechen das auch schon bei der Einstellung von neuen Mitarbeitern oder Übungsleitern an.“
Das fange damit an, dass sich künftige Mitarbeiter auf einen Ehrenkodex verpflichten und zudem ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen müssen.
Hinzu kommen Fortbildungen, in denen Übungsleiter und Funktionäre für das Thema sensibilisiert werden sollen. Auch an einem Katalog mit klaren Verhaltensregeln für bestimmte Situationen werde gearbeitet. Unter welchen Umständen dürfen die Umkleidekabinen betreten werden? Wie soll reagiert werden, wenn ein Kind Trost braucht? Was für Regeln gelten bei Übernachtungen?
Keine leichte Aufgabe, wie Lingenau zugeben muss: „Das führt zu diversen Diskussionen. Da geht es ans Eingemachte. Das zeigt aber auch, wie unsicher manche Übungsleiter da sind. Ein klarer Leitfaden würde es auch ihnen leichter machen.“
Diese Aufgabe ist auch einer der wichtigsten Bestandteile des Konzepts. „Die Übungsleiter haben den Schutz, wenn sie sich an die Regeln halten. Auf der anderen Seite ist auch eindeutig festgelegt, wann die Regeln übertreten wurden“, erklärt Lingenau. Bis Ende des Jahres soll das Regelwerk vollendet sein. Darüber hinaus gibt es mit Peter Zwiener und Myrte Paulsen zwei Vertrauenspersonen im Verein, an die sich Kinder, aber auch Übungsleiter wenden können. „Die Gespräche mit den Vertrauenspersonen sind vertraulich. Was man ihnen anvertraut, unterliegt der Schweigepflicht“, erläutert Lingenau.
