An Weihnachten kocht Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann ein leckeres Menü für seine Familie. Das politische Süppchen, das er gestern zubereitet hat, dürfte dagegen nicht jedem schmecken.
Vor allem Schünemanns Personalpolitik sorgt in Hannover für einiges Kopfschütteln. Indirekt gibt der Minister damit zu, dass die Verwaltungsreformer in seinem Haus inzwischen überflüssig sind. Sondersstaatssekretär Wolfgang Meyerding wird für seine treuen Dienste bei der Abschaffung der Bezirksregierungen belohnt. Dafür schickt der Minister seine unbeliebte Behördenchefin Gabriele Wurzel in die Wüste. Die war bereits bei Ministerpräsident Christian Wulff in Ungnade gefallen und darf nun mit etwas Verspätung ihren Vorruhestand genießen.
Beifall darf sich Schünemann für die Stärkung der Integrationspolitik erhoffen, beim Datenschutz hat er sich an die Abmachung mit der SPD vom Sommer gehalten. Unklar bleibt dagegen, warum er den Verfassungsschutz in sein Ministerium einverleiben will. Die organisatorische Trennung hat sich in den vergangenen Jahren bewährt.
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