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Umfrage Stolz auf Zeichen gegen Rechts

Christopher Deeken
WILDESHAUSEN - Das Votum fiel eindeutig aus: Das Aktionsbündnis „Bunt statt Braun. Wildeshausen gegen Rechtsextremismus“, an dem sich Kirchen, Verbände, Vereine sowie alle politischen Parteien beteiligten, hatte zur Gegendemonstration gegen die DVU-Kundgebung auf dem Marktplatz gerufen – gut 600 Menschen waren dem Aufruf gefolgt und sorgten am Sonnabend dafür, dass die Parolen des kleinen DVU-Grüppchens im Lärm untergingen (die

NWZ

  berichtete). Auch im Nachhin­ein bewerteten die Wildeshauser Bürger die Protestaktion als vollen Erfolg, wie eine

NWZ

 -Umfrage am Montag ergab.

„Ich bin froh, dass die Rechtsextremen gar nicht so aufgefallen sind“, sagt Birgit Kern (46) aus Wildeshausen. Sie findet es toll, dass die politischen Parteien gemeinsam gegen die DVU auftraten. „Es wäre schön, wenn auch bei anderen Dingen so an einem Strang gezogen würde“, sagt sie und spielt damit auf die häufigen Streitereien in der Wildeshauser Kommunalpolitik an.

Gleicher Meinung ist Ulrike Bruer (47) aus Dötlingen, die den Protest als wichtiges Zeichen zum Erhalt der Demokratie versteht: „Man darf solche Gruppierungen hier gar nicht erst aufkommen lassen.“

Auch für Robert Lohmann (73) aus Wildeshausen habe die Gegendemonstration eindrucksvoll bewiesen, dass rechtsextremes Gedankengut in Wildeshausen nichts zu suchen habe. „Was wollen die auch hier?“, fragt er und ist stolz darauf, dass die Wildeshauser „Flagge gezeigt“ hätten.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge bewertet hingegen der gebürtige Dötlinger Jan Hoffroge (22) aus Oldenburg die Gegendemonstration. „Sicher war es richtig, gegen die Nazis zu demonstrieren“, sagt er. Durch die vielen Teilnehmer und die große Polizeipräsenz sei der DVU möglicherweise aber genau die Aufmerksamkeit geschenkt worden, die sie haben wollte. „Ich befürchte, dass diese Aktion im Endeffekt vielleicht sogar kontraproduktiv gewesen ist“, meint er.

Diese Bedenken teilt Vera Müller (64) aus Wildeshausen nicht. Im Gegenteil, es sei gut, dass die Wildeshauser ein Zeichen gegen Rechts gesetzt hätten – wobei sie sich schon vorher gefragt habe, was die DVU eigentlich in der Stadt wolle: „Mir war eigentlich klar, dass die hier keine Chance haben.“

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