NWZ
berichtete). Auch im Nachhinein bewerteten die Wildeshauser Bürger die Protestaktion als vollen Erfolg, wie eineNWZ
-Umfrage am Montag ergab.„Ich bin froh, dass die Rechtsextremen gar nicht so aufgefallen sind“, sagt Birgit Kern (46) aus Wildeshausen. Sie findet es toll, dass die politischen Parteien gemeinsam gegen die DVU auftraten. „Es wäre schön, wenn auch bei anderen Dingen so an einem Strang gezogen würde“, sagt sie und spielt damit auf die häufigen Streitereien in der Wildeshauser Kommunalpolitik an.
Gleicher Meinung ist Ulrike Bruer (47) aus Dötlingen, die den Protest als wichtiges Zeichen zum Erhalt der Demokratie versteht: „Man darf solche Gruppierungen hier gar nicht erst aufkommen lassen.“
Auch für Robert Lohmann (73) aus Wildeshausen habe die Gegendemonstration eindrucksvoll bewiesen, dass rechtsextremes Gedankengut in Wildeshausen nichts zu suchen habe. „Was wollen die auch hier?“, fragt er und ist stolz darauf, dass die Wildeshauser „Flagge gezeigt“ hätten.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge bewertet hingegen der gebürtige Dötlinger Jan Hoffroge (22) aus Oldenburg die Gegendemonstration. „Sicher war es richtig, gegen die Nazis zu demonstrieren“, sagt er. Durch die vielen Teilnehmer und die große Polizeipräsenz sei der DVU möglicherweise aber genau die Aufmerksamkeit geschenkt worden, die sie haben wollte. „Ich befürchte, dass diese Aktion im Endeffekt vielleicht sogar kontraproduktiv gewesen ist“, meint er.
Diese Bedenken teilt Vera Müller (64) aus Wildeshausen nicht. Im Gegenteil, es sei gut, dass die Wildeshauser ein Zeichen gegen Rechts gesetzt hätten – wobei sie sich schon vorher gefragt habe, was die DVU eigentlich in der Stadt wolle: „Mir war eigentlich klar, dass die hier keine Chance haben.“
