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NWZonline.de Nachrichten Politik

UN stoppen alle Hilfslieferungen

21.09.2016

Aleppo /Genf Als Reaktion auf die Bombardierung eines UN-Hilfskonvois im Norden Syriens haben die Vereinten Nationen alle Hilfsgütertransporte in dem Bürgerkriegsland gestoppt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnete den Luftangriff als „widerlich“.

Bei dem Angriff in dem Ort Orem al-Kubra am Montagabend wurden mehr als 20 Zivilisten getötet, erklärten das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und der Syrisch-Arabische Rote Halbmond gemeinsam. Sie seien ums Leben gekommen, als sie die Hilfsgüter entladen hätten. Ein großer Teil der Lieferung sei zerstört worden. „Der Angriff nimmt Tausenden Zivilisten dringend benötigte Lebensmittel und medizinische Hilfe“, hieß es weiter.

Ban Ki Moon sagte zum Auftakt der UN-Generaldebatte in New York: „Die Helfer, die dort lebensrettende Güter lieferten, waren Helden. Diejenigen, die sie bombardierten, waren Feiglinge.“

Die syrische Armee hatte am Montagabend die brüchige Waffenruhe nach einer Woche für beendet erklärt. Kurz danach flogen Kampfjets in der Provinz Aleppo und in der gleichnamigen Stadt Dutzende Luftangriffe auf Rebellengebiete, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Mindestens 38 Menschen seien ums Leben gekommen. Auch bei dem Angriff in Orem al-Kubra handelte es sich demnach um eine Bombardierung aus der Luft.

Regimegegner machten dafür die syrische und russische Luftwaffe verantwortlich. Ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation Weißhelme erklärte, ein Hubschrauber der syrischen Luftwaffe habe Fassbomben abgeworfen. Die USA verurteilten den Angriff als eine abscheuliche Attacke. Ein hochrangiger Regierungsbeamter erklärte, nur Russland oder das syrische Regime könnten hinter dem Angriff stehen.

Moskau wies jede Verantwortung zurück. „Weder die russische noch die syrische Armee hat einen Luftangriff auf den UN-Konvoi bei Aleppo geflogen“, sagte Generalmajor Igor Konaschenkow. Russland habe Videoaufzeichnungen geprüft und keine Anzeichen festgestellt, dass die Wagenkolonne von Munition getroffen worden sein.

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