Berlin - Führende Unionspolitiker im Bundestag lehnen die geplante Ost-West-Rentenangleichung ab. „Wir sollten auf diese teure Reform verzichten. Ich empfehle, den Angleichungsprozess ohne Eingriff in die Rentenformel voranschreiten zu lassen“, erklärte Eckardt Rehberg (CDU), haushaltspolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, am Montag im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion.

„Es ist klar geworden, dass es sechs Millionen Verlierer geben wird – so viele ostdeutsche Arbeitnehmer würden in Zukunft geringere Rentenansprüche erhalten, wenn sich Herr Sellering und Frau Nahles durchsetzen würden.“ Der Rentenwert Ost betrage bereits 94 Prozent des Westniveaus.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Max Straubinger, erteilt den Plänen von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) ebenfalls eine Absage. „Es besteht keine Notwendigkeit für die Reform. „Die Rentenwerte gleichen sich aufgrund der Lohnentwicklung in Ostdeutschland ohnehin an“, so Straubinger. „Wenn wir jetzt eingreifen, würde das einen Milliarden-Mehraufwand bedeuten.“

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion erklärt, sie rechne mit schwierigen Verhandlungen. „Es ist ein Dilemma, dass heute die Arbeitsstunde eines Arbeitnehmers in Ostdeutschland für die Rente höher bewertet wird als eine Arbeitsstunde im Westen, was dort natürlich kritisch gesehen wird.“ Eine Angleichung würde deswegen automatisch bedeuten, dass diese Höherbewertung in den neuen Ländern wegfiele. „Dann erhalten die ostdeutschen Rentner von morgen weniger.“