UPJEVER - Wie kommt man auf die Idee, eine Gattersäge aufzustellen? „Ich habe die Säge in Rispel noch in Betrieb gesehen. Als sie dann stillgelegt wurde, war es nahe liegend, sie zu erhalten – und einen besseren Platz als hier beim Forsthaus Upjever gibt es kaum.“ So beschreibt Klaus Homola – Initiator des Projekts – die Anfänge.
Doch von der ursprünglichen Idee bis zur Umsetzung war es ein langer Weg: Ein Verein musste gegründet, Sponsoren gefunden, die Säge beschafft und das Haus gebaut werden. All das haben die dreißig „Sägebegeisterten“ hinter Klaus Homola jetzt erfolgreich hinter sich: Das Haus steht und auch der Motor, der die Säge einmal antreiben soll, konnte beim Richtfest schon vorgeführt werden.
Auch zeigte der Verein einige historische Kettensägen – wohl ein Hinweis auf das nächste Projekt des überaus regen Vereins.
Sogar Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann, der im Land auch für Denkmalpflege zuständig ist, hatte es sich nicht nehmen lassen, zum Richtfest zu kommen. „Mit einer alten Gattersäge hatte ich in meiner bisherigen Amtszeit noch nie zu tun“, gab er freimütig zu, machte aber dann deutlich, dass er sich sehr wohl informiert hatte: „Die ersten mit Wasserkraft angetriebenen Gattersägen tauchten im 14. Jahrhundert auf und brachten einen erheblichen Fortschritt für die Holzbearbeitung.“
Auch wenn die Säge am Upjeverschen Forsthaus „nur“ ca. 100 Jahre alt ist, stelle sie doch ein hochrangiges technisches Denkmal dar, sagte der Minister. Sichtlich angetan von der „wildromantischen Umgebung“ am Forsthaus und vom Engagement der Mitglieder des Vereins Gattersäge Upjever und aller Helfer und Sponsoren, sagte er seine Unterstützung für die weitere Arbeit zu.
„Ich werde mich dafür einsetzen, dass vor Ihrer Säge immer Holz liegt und sie nie leer läuft“, versprach Jochen Starke für die Forstverwaltung, die als Partner das Gelände für das Haus zur Verfügung gestellt hat.
Besonders hob Klaus Homola den Beitrag der Kreishandwerkerschaft hervor. Unter Leitung von Egon Sjuts wurden junge Arbeitslose motiviert, sich einzubringen und Fertigkeiten zu erwerben, die ihnen den Weg in eine Ausbildung erleichtern. Selbstverständlich ließ es sich Egon Sjuts als gelernter Zimmermann nicht nehmen, unter Aufsagen eines Richtspruchs – unterbrochen von Trinkpausen („Kamerad, schenk ein“) – die Krone zünftig an ihren vorgesehenen Ort zu bringen.
Auch Bauherr Homola wurde nicht geschont: Nach altem Brauch musste er einen Nagel in das Gebälk schlagen, was er anfangs gekonnt bewältigte. Bei den letzten Schlägen schwächelte er und hätte eigentlich so manches Glas Schnaps trinken müssen . . .
