Die Urteile im Heros-Prozess sind gesprochen. Keiner der Angeklagten kann sich über das Strafmaß beschweren. Mit unglaublicher Dreistigkeit und enormer krimineller Energie haben sie Supermärkte und Banken um Millionensummen betrogen. Löcher in der Bilanz des ehemals größten deutschen Geldtransporteurs wurden über ein Schneeballsystem gestopft, während etliche Beschäftigte atemberaubende Summen abzweigten. Selbst Geständnisse und die teilweise öffentliche Reue des Firmengründers Karl-Heinz Weis konnten die Richter nicht milder stimmen.
Die Heros-Pleite wirft ein schlechtes Licht auf den Wirtschaftsstandort Deutschland. Dass die Heros-Manager den Betrug mit systematischer Täuschung vor misstrauischen Kunden und Polizeifahndern jahrelang verbergen konnten, ist nur ein Teil der Wahrheit. Die Millionenschiebereien wären ohne die Ignoranz von Geschäftspartnern und Geldgebern mit Sicherheit früher aufgeflogen. Dass es einem derart wichtigen Wirtschaftssektor keine wirksamen Kontrollen gibt, ist mehr als peinlich.
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