Washington - Wenige Stunden vor der Vereidigung des neuen US-Präsidenten Joe Biden hat der scheidende Amtsinhaber Donald Trump das Weiße Haus verlassen. Donald Trump und die First Lady Melania Trump hoben ein letztes Mal am Mittwochmorgen (Ortszeit) an Bord der Air Force One vom Militärflugplatzes Andrews, in Richtung seines Anwesen in Florida, ab.
In seiner letzten Rede auf dem Flugfeld verdeutlichte der scheidende US-Präsident, nicht von der Bildfläche verschwinden zu wollen. „Wir werden in irgendeiner Form zurückkehren“, sagte Trump. Konkreter wurde er nicht. Zu seinen Zukunftsplänen äußerte er nichts, außer „Ich werde immer für euch kämpfen“. Seine Amtszeit lobte Trump zum Abschied in den höchsten Tönen. „Was wir getan haben, ist in jeder Hinsicht erstaunlich“, sagte er. „Das waren unglaubliche vier Jahre.“ Seine Administration habe die Grundlage dafür gelegt, dass die künftige Regierung „etwas Spektakuläres“ leisten könne. Er wünsche der neuen Regierung dabei viel Glück und Erfolg. Seinen Amtsnachfolger Joe Biden erwähnte Trump namentlich nicht. Trump schloss mit den Worten: „Habt ein gutes Leben. Wir sehen uns bald.“
Donald Trump wird als erster Präsident seit dem Jahr 1869 Der Amtseinführung seines Nachfolgers vor dem Kapitol in Washington fernbleiben. Trumps Stellvertreter Mike Pence hingegen kündigte an, an der Zeremonie zur Amtseinführung teilzunehmen. An Trumps Abschiedszeremonie auf dem Militärflughafen Andrews bei Washington hingegen nicht, wie aus seinem vom Weißen Haus veröffentlichten Programm hervorging. Präsident Trump wünschte der neuen Regierung in einer am Dienstag veröffentlichten Videobotschaft an die Nation Erfolg - ohne Biden beim Namen zu nennen.
Die Vereidigung von Joe Biden als 46. US-Präsident besiegelt das Ende der turbulenten Amtszeit von Donald Trump. Der US-Präsident hat in den letzten Stunden seiner Amtszeit über 70 Personen begnadigt. Darunter unteranderem seinen ehemaligen Chefstrategen Steve Bannon. Das teilte das Weiße Haus in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) mit.
Die Liste reiche von einem ehemaligen Kongressabgeordneten bis zum US-Rapper Lil Wayne, welcher wegen unerlaubtem Waffenbesitzes angeklagt wurde. Steve Bannon, der Mitgründer der rechten Internetplattform „Breitbart“, gehört zu den einflussreichsten Stimmen im ultra-konservativen Lager der US-Politik. Er und drei weitere waren im Sommer wegen Vorwürfen festgenommen worden, Geld aus einer Online-Spendenaktion zum Bau einer Mauer zu Mexiko für andere Zwecke abgezweigt zu haben. Bannon plädierte auf nicht schuldig und wurde gegen Kaution freigelassen. Das Gerichtsverfahren in dem Fall sollte im Mai 2021 beginnen.
Die Welle von Begnadigungen war erwartet worden. Auch frühere US-Präsidenten haben zum Ende ihrer Amtszeit von diesem Recht gebraucht gemacht. Die Fälle waren aber meist weniger umstritten. Schon in den vergangenen Wochen hatte Trump bereits mehrere loyale Weggefährten begnadigt, darunter den einstigen Leiter seines Wahlkampfteams, Paul Manafort, und seinen langjährigen Vertrauten Roger Stone.
In der Liste der Begnadigten waren allerdings weder Trump und seine Familie, noch sein persönlicher Anwalt Rudy Giuliani enthalten. Medienberichten zufolge hatten Berater dem abgewählten Präsidenten davon abgeraten, seinen engsten Kreis auf die Liste zu setzen.
