Varrelbusch - Wer wird neuer Bürgermeister der Gemeinde Garrel und tritt die Nachfolge von Andreas Bartels an? Eine spannende Frage, die voraussichtlich allerdings noch nicht am ersten Adventssonntag, 1. Dezember, beantwortet werden dürfte. Dann treten die Garreler zum ersten Mal an die Wahlurne, um ihre Stimme abzugeben. Eine Stichwahl findet zwei Wochen später statt.

Zum letzten Mal, bevor es am Sonntag ernst wird, stellten sich die Kandidaten Martin Backhaus (CDU), Reinhard Meyer (Bündnis 90/Die Grünen), Detlev Buschenlange (unabhängig) und Thomas Höffmann (Wählerbündnis pro Garrel) im Kirchdorf Varrelbusch den Fragen der dortigen Einwohner. Das Dorfgemeinschaftshaus war mit rund 250 Besuchern rappelvoll. Durch den Diskussionsabend führte der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Johannes Völkerding.

Ein klarer Favorit kristallisierte sich nach fast drei Stunden für die Varrelbuscher nicht heraus. Fast in allen Bereichen – ob Verkehr, Breitbandausbau, Wirtschaft, Infrastruktur oder Schaffung von Bauland – lagen die Kandidaten in ihren Auffassungen dicht beieinander. „Eigentlich haben sich alle vier Bewerber gut verkauft. Ich weiß noch nicht, wen ich wähle“, meinte einer der Besucher am Ende der Veranstaltung. Neben Themen, die Garrel betreffen, wurden viele Fragen zur Situation in Varrelbusch gestellt. Der Erhalt der Schule, des Kindergartens und des Dorfladens wird von allen Kandidaten unterstützt. Beim Ausbau der Bundesstraße 72 im Bereich Petersfeld ist es für Martin Backhaus wichtig, dass der Ort nicht abgeschnitten wird. Reinhard Meyer fordert hier eine frühzeitige Einbeziehung der Einwohner.

Die Schaffung von Bauland, damit die jüngeren Menschen nicht wegziehen, hatte für alle vier Kandidaten höchste Priorität. „Wir müssen mit den Landeigentümern Gespräche führen“, forderte Detlev Buschenlange. Skeptisch standen alle Vier der Ausweisung von Gewerbeflächen gegenüber. „Das passt nicht so richtig in das beschauliche Varrelbusch“, sagte Thomas Höffmann.

„Die Dorfschule muss erhalten bleiben. Wenn die Eltern die kleine Schule wollen, dann werde ich als möglicher Bürgermeister dem nachkommen“, versprach Buschenlange. Das war für Reinhard Meyer auch selbstverständlich. „Die Kinder müssen nicht mit Bussen zu anderen Schule gekarrt werden“, sagte Meyer.

Auf die Frage des ehemaligen Bürgermeisters Rudi Bley, ob sich die Kandidaten auch bei einer Niederlage ein weiteres politisches Engagement, beispielsweise im Rat vorstellen könnten, hielten sich Meyer, Backhaus und Buschenlange bedeckt. Lediglich Höffmann wagte sich aus der Deckung: „Dann bleibe ich Ratsherr in Friesoythe.“