Eversten/Kreyenbrück - Was plant die Stadt mit den Stadtteilschwimmbädern in Eversten und Kreyenbrück? Diese Frage treibt den Oldenburger Schwimmverein um. In einem Brief an Oberbürgermeister, Ratsfraktionen und Bäderbetriebsgesellschaft äußert Vorsitzender Jan Kropp die Sorge, die Stadt könnte die beiden Bäder möglicherweise langfristig aufgeben oder neu bauen wollen.
Kropp betont, die beiden Bäder seien „existenziell notwendig“. Hier entstehe „die Hauptlast der Vereinstätigkeit in diesen beiden Schwimmbädern entsteht“.
Die Bäder stammen aus den 70er-Jahren, der Schwimmverein vermisst Investitionen in den Gebäudeerhalt. Der Wirtschaftplan des Eigenbetriebes Bäder lasse keinen substanziellen Investitionen erkennen.
Nicht mehr als nötig
Aus Sicht der Bäderbetriebsgesellschaft besteht kein Anlass zur Sorge, die Stadt könnte sich von den Schwimmbädern trennen wollen. „Die Bäder werden funktionsfähig erhalten“, erklärte Geschäftsführer Thorsten Brandt, der NWZ auf Anfrage. „Wir haben über Investitionen hinaus immer wieder für Reparaturen und Instandhaltung Geld ausgegeben.“
Richtig sei, dass aufgrund von Sparmaßnahmen im Zuge des überraschenden Zehn-Millionen-Defizits für den Haushalt 2015 (NWZ berichtete) ursprünglich geplante Investitionen nicht möglich geworden seien. „Aber das haben wir für 2016 vor“, so Brandt.
Derzeit lasse die Bäderbetriebsgesellschaft den Bedarf der nächsten Jahre ermitteln. „Wir sind dran“, versicherte Brandt. Er räumte aber ein, in der Vergangenheit sei es darum gegangen, die Funktionsfähigkeit zu erhalten. „mehr als das Nötige ist nicht passiert.“
Der Schwimmverein von 1902 vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von 900 Mitgliedern. Vorsitzender Kropp hat ermittelt, dass seit 2011 5,1 Millionen Euro in die Bäder der Stadt investiert wurden. Davon sei allerdings nur rund eine halbe Million Euro in die Bäder in Eversten und Kreyenbrück sowie das Freibad Flötenteich geflossen.
Dieses Investitionsverhalten gehe „absehbar zu Lasten der Schwimmsportvereine der Stadt“. Fraglich sei, ob das Geld ausreiche, um überhaupt die Verkehrssicherungspflichten zu erfüllen, schreibt Kropp.
Olantis bevorteilt?
Der Vereinsvorsitzende blickt weit voraus und fragt, wie die „Übergangslösung während der Bauphase“ aussehe. Vor längerfristigen Ausfälle der Schwimmbäder seien sorgfältige Beratungen nötig, warnt Kropp.
In der FDP/WFO-Fraktion ist der Brandbrief auf offene Ohren gestoßen. Fraktionsvorsitzender Hans-Richard Schwartz nimmt die Sorgen zum Anlass, eine Beratung in der nächsten Sportauschuss-Sitzung zu beantragen. Es gehe nicht an, dass die Stadt bei ihrem „anzuerkennenden Engagement“ für das Olantis „die Stadtteilbäder zunehmend vernachlässigt“.
