Etzhorn - Verkehr, Stadion, Einwohnerforen – an Themen mit unterschiedlichen politischen Positionen herrscht derzeit kein Mangel. Das zeigte die Podiumsdiskussion, zu der fünf Bürgervereine für Mittwochabend in den „Etzhorner Krug“ eingeladen hatten.
Bei der Stadiondebatte äußerten die Vertreterinnen und Vertreter von SPD, Grünen, CDU und Linke zwar übereinstimmend Vorbehalte zur Finanzierung. Während Esther Niewerth-Baumann (CDU) aber eine „grundsätzliche Sympathie“ für einen Neubau äußerte, bezweifelte Sebastian Beer (Grüne), dass sich Unternehmen zur Finanzierung finden werden. Beer sprach von 20 Millionen Euro einmalig für den Bau und darüberhinaus jährlich eine Million Euro für den Unterhalt, die er auf die Stadtkasse zukommen sehe.
Auch Manfred Klöpper (Linke) bezweifelt, dass sich private Sponsoren finden. Angesichts anderer wichtiger Aufgaben dürfe sich die Stadt dieses Projekt nicht aufbürden. Margrit Conty (SPD) verwies auf die Machbarkeitsstudie, die derzeit unter anderem die Kosten für ein solches Stadion prüft.
Die von Harald Götting, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Stadt Oldenburger Bürgervereine (AStoB), moderierte Veranstaltung arbeitet einen Katalog von acht Themen ab, die die Bürgervereine entwickelt hatten. Fragen aus dem Publikum zeigten, dass neben dem Dauerthema Bahn vor allem Verkehr und Lärm die Bürger beschäftigen.
Bei der Frage der Bürgerforen distanzierte sich Niewerth-Baumann von der Position ihrer eigenen Partei. Ein weiteres Gremium zur Bürgerbeteiligung – wie von der Linken klar befürwortet – halte sie für nicht notwendig.
Klare Unterschiede zeigten sich zwischen CDU und SPD einerseits und Grünen und Linken andererseits beim Autoverkehr. Beer und Klöpper sprachen sich – anders als Niewerth-Baumann und Conty – dafür aus, den Autoverkehr als Hauptquelle der Luftverschmutzung zu beschränken. In der Bahndebatte wiederholten die Podiumsteilnehmer ihre Positionen. Conty sagte, eine Umfahrung entlang der A29 halte sie für wenig realistisch.
Einig sind sich die Parteien beim Thema Nachverdichtung in der Bebauung. Nur schonende Eingriffe seien denkbar, hieß es. Was das genau heißt, blieb allerdings vage. Der Hinweis von Moderator Götting, dass die Windräder am Bornhorster See im Landschaftsschutzgebiet errichtet worden sind, zeigte die Problematik bei diesem Thema.
Zu der Veranstaltung hatten die Bürgervereine Ohm-stede, Donnerschwee, Ofenerdiek, Nadorst-Bürgeresch und Etzhorn eingeladen. Der Ohmsteder Bürgervereinsvorsitzende Rainer Bartelt ging auf die Auseinandersetzung im Vorfeld ein. Er bat um Verständnis, dass die Bürgervereine nicht alle elf Parteien, die zur Wahl antreten, eingeladen hätten. „Dann würden wir bis morgen früh hier diskutieren.“ Deshalb habe man entschieden, sich auf die vier stärksten Ratsfraktionen zu beschränken.
FDP und Alfa hatten die Bürgervereine für diese Begrenzung heftig kritisiert (NWZ berichtete). Alfa warb an einem Stand vor dem „Etzhorner Krug“ um Stimmen.
