Dresden - Die deutschen Verleger lehnen Stiftungen oder ein spendenbasiertes „crowdfunding“ zur Finanzierung von Journalismus weiter ab. Zwar stehen die meisten Häuser vor der Herausforderung, Kosten zu senken und doch an der Redaktion und journalistischen Qualität nicht zu sparen. Staatliche Zuschüsse oder Mäzenatentum wollen sie jedoch nicht, zeigte sich bei der Fortsetzung des Zeitungskongresses am Dienstag in Dresden. Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, hatte bereits zum Auftakt am Montag betont: „Wir brauchen keine Überweisungen aus der Staatskasse.“
Als Gastredner ermutigte Bundespräsident Joachim Gauck die rund 400 Kongressteilnehmer, den Medienwandel zuversichtlich anzugehen. „Die Zeitung hat eine Zukunft“, sagte Gauck. Ihre Glaubwürdigkeit könne ihnen absehbar die „ungefilterte, oft emotional getriebene Massenkommunikation im Netz“ nicht streitig machen. Google könne weder Geist noch Gespür eines Reporters vor Ort ersetzen, mit 140 Zeichen könne man keine Grundsatzdiskussion führen.
BDZV-Chef Heinen forderte die Politik auf, sich für eine „Magna Carta der Telekommunikation“ stark zu machen. In dieser sollten globale, an den Freiheitsrechten orientierte Standards niedergeschrieben werden. Es müsse auch die Sicherung der Netzneutralität verankert werden. Der freie Zugang zum Netz müsse zudem in Deutschland gesetzlich garantiert werden.
Der BDZV vertritt 298 Tages- und 13 Wochenzeitungen.
