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NWZonline.de Nachrichten Politik

Vertraute bringt Südkoreas Staatschefin in Bedrängnis

20.12.2016

Seoul In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul hat der Prozess gegen eine langjährige Vertraute von Präsidentin Park Geun Hye begonnen. Choi Soon Sils Anwalt Lee Kyoung Jae dementierte am Montag, dass seine Mandantin ihre Verbindungen zur Staatschefin dazu genutzt habe, um Geld von mächtigen Unternehmen zu erpressen. Es tue ihr leid, dass sie für Ärger gesorgt habe, sagte Choi.

Die kurze, knapp 60 Minuten lange Anhörung vor Gericht war Chois erster öffentlicher Auftritt seit Wochen. Die Angeklagte steht im Zentrum des Skandals, der zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen Park geführt hat. Millionen Südkoreaner sind nach dem Bekanntwerden der Staatsaffäre auf die Straßen gegangen, um Parks Rücktritt zu fordern.

Die Anklage wirft der 60-jährigen Choi Machtmissbrauch, Erpressung und versuchten Betrug vor. Sie soll ihre Vertrauensstellung bei Park unter anderem dazu genutzt haben, 16 Firmen zu Spenden von insgesamt 77,4 Milliarden Won (62,5 Millionen Euro) an von ihr kontrollierte Stiftungen zu bewegen. Außerdem soll sie die Konzerne Hyundai und KT zu millionenschweren Verträgen mit einer von ihr geleiteten Werbefirma gezwungen haben.

Der Prozess soll am 29. Dezember fortgesetzt werden. Wie lange das Verfahren gehen wird, ist unklar. Normalerweise fällen südkoreanische Gerichte innerhalb von sechs Monaten nach der Anklage ihr Urteil, womit es eine richterliche Entscheidung bis Mai 2017 geben könnte. Sollte Choi in allen Punkten schuldig gesprochen werden, drohen ihr bis zu 15 Jahre Haft.

Zehn anderen Personen, die in den Skandal verwickelt sind, wird ebenso der Prozess gemacht. Dazu gehören Parks frühere Berater Ahn Jong Beom und Jung Ho Sung sowie der einstige Vize-Sportminister Kim Chong. Park selbst genießt als Präsidentin Immunität vor Strafverfolgung.

Choi ist eine Tochter des verstorbenen Choi Tae Min, einem früheren Mentor Parks. Die beiden Frauen sind seit gut 40 Jahren miteinander befreundet, ihre Beziehung beherrscht seit Monaten die Schlagzeilen in Südkorea. Park hat eingeräumt, mit Chois Hilfe einige ihrer Redeentwürfe redigiert und sich in der Öffentlichkeitsarbeit mit ihr beraten zu haben. Ansonsten sei Choi eine Freundin, die ihr in schwerer Zeit geholfen habe. Dies gilt als Anspielung auf die Ermordung von Parks Eltern - Präsident Park Chung Hee und First Lady Yuk Young Soo - bei Attentaten in den 1970er Jahren. Choi bestätigte die Zusammenarbeit bei Reden, weist aber wie Park alle sonstigen Vorwürfe zurück.

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