München - In der Verwandtenaffäre im bayerischen Landtag geraten immer mehr prominente CSU-Politiker in die Schusslinie. In einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Bayerischen Rundfunks unter allen 187 Abgeordneten gaben unter anderen Bayerns Justizministerin Beate Merk und Agrarminister Helmut Brunner an, Verwandte beschäftigt zu haben. Überschattet vom jüngsten Ärger soll CSU-Parteichef Horst Seehofer an diesem Freitag zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im September erklärt werden.
Ministerin Merk bestätigte auf Anfrage, dass sie von 2010 bis 2013 ihrer Schwester zeitweise Büroaufträge erteilte, nachdem eine reguläre Mitarbeiterin wegen Schwangerschaft ihre Arbeitszeit reduziert habe. In allen Fällen war die Beschäftigung von Verwandten nach dem bayerischen Abgeordnetengesetz erlaubt. Agrarminister Brunner teilte mit, er habe seine Frau von 2000 bis 2009 beschäftigt, für Höchstsummen von 919 Euro netto im Monat.
Geschwister beschäftigt hatten auch die SPD-Abgeordneten Maria Noichl und Susann Biedefeld, ebenso der Grüne Thomas Gehring. Ein Mitarbeiter von Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger heiratete 2011 dessen Schwester und wurde zum Schwager.
