Harpstedt - Vorweihnachtlich-harmonische Stimmung schien die Fraktionen im Harpstedter Samtgemeinderat zur letzten Sitzung im Jahr 2013 übermannt zu haben – alle Entscheidungen am Donnerstagabend fielen einstimmig und ohne Enthaltung.

Wichtigster Punkt auf der Tagesordnung: Die Verabschiedung des Haushalts 2014. Dem Zahlenwerk der Verwaltung stimmten alle Fraktionen zu, auch die um 485 000 Euro gestiegene Samtgemeindeumlage verursachte bei den Ratsherren und -frauen nicht wirklich Bauchschmerzen.

Die Zahl sei zunächst ein Schock gewesen, sagte Herwig Wöbse (CDU). Angesichts der gestiegenen Steuerkraft der Gemeinden sei die Erhöhung der Umlage aber moderat, der Haushalt insgesamt transparent und nachvollziehbar. In den kommenden Jahren müsse nach dem Sparhaushalt aber wieder investiert werden können – etwa in die Straßen in der Gemeinde.

Einen Sparhaushalt hatte auch Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes zuvor das Werk genannt, trotzdem seien noch einige Investitionen möglich, wie etwa in das Planschbecken im Rosenfreibad und in den Brandschutz an den Schulen.

Eher auf Sparbemühungen auch in der Zukunft setzte Walter Raem (SPD). Für manche Mitgliedsgemeinde sei es angesichts der Zahlungen an die Samtgemeinde inzwischen schwer, ihre Aufgaben zu erfüllen. Horst Hackfeld (HBL) erinnerte daran, dass die Samtgemeindeumlage von fünf Millionen Euro gerade die Personalkosten der Samtgemeinde decke. Die Umlage reiche in ihrer jetzigen Höhe kaum für größere Investitionen.

Die Berechnung der Samtgemeindeumlage wird auch künftig Thema sein. Anne Wilkens-Lindemann und Herwig Wöbse brachten eine Berechnung ins Spiel, die auf einem bestimmten Prozentsatz des Steueraufkommens basiert und den Mitgliedsgemeinden einen gewissen Teil ihrer Einnahmen lässt.

Walter Raem und Uwe Cordes erinnerten daran, dass sich die Samtgemeinde mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von rund 253 Euro quasi im Tal der Seligen befinde. Die wichtigsten Zahlen aus dem Haushalt: Die ordentlichen Erträge im Ergebnishaushalt liegen bei rund 8,119 Millionen Euro, die Aufwendungen bei acht Millionen. Kredite sollen in Höhe von 200 900 Euro aufgenommen werden, 189 400 Euro werden getilgt, die Verschuldung bleibt so nahezu unverändert bei 2,7 Millionen Euro.

Einstimmig beschlossen wurde auch, die Einrichtung einer Betreuung für Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderung zu unterstützten. Die Samtgemeinde wird das Projekt mit einer Defizitabdeckung von 7500 jährlich unterstützen. Länger diskutiert wurde, mit welcher Formulierung die Samtgemeinde ihrer Forderung, der Landkreis möge sich ebenfalls finanziell beteiligen, am besten Nachdruck verleihen könnte. Man einigte sich auf die bereits im Fachausschuss gewählt Formulierung, eine Beteiligung des Kreises werde erwartet.

Ebenso einstimmig wurde Andreas Gralheer zum stellvertretenden Wahlleiter für die Wahl des Samtgemeindebürgermeisters bestimmt.