Jever - Für ihre ehrenamtliche Arbeit haben Jevers Integrationslotsen im jüngsten Sozialausschuss viel Lob und Anerkennung bekommen. „Toll, dass sie sich so um diese Menschen kümmern“, sagte Ausschussvorsitzende Renate Huckfeld (CDU).

Wie berichtet, haben seit Jahresbeginn acht Integrationslotsen ihre Arbeit in der Stadt aufgenommen. Sie helfen Flüchtlingen bei Behördengängen und bei der Eingewöhnung.

Die Integrationslotsen Michael von Heynitz und Gerd Weber schilderten den Ausschussmitgliedern anschaulich ihre Arbeit. Sie berichteten aber auch von den Schwierigkeiten, die sich zum Beispiel aus der oft komplizierten Verständigung ergeben, und von den Grenzen an die sie bei ihrer Arbeit stoßen. „Bevor ich dieses Ehrenamt aufgenommen habe, wusste ich nicht, was da auf mich zukommt“, sagt Weber. Die Flüchtlinge kämen oft mit nur wenigen Habseligkeiten, seien oft krank und von der langen Reise geschwächt.

Von Heynitz und Weber kritisierten zudem das Asylbewerberverfahren. Es dauere meistens viel zu lange, bis über einen Antrag beschieden würde. „Denn es kommen ja Menschen, die sehen wie es hier in Deutschland ist, nur um dann wieder in ihre Herkunftsländer abgeschoben zu werden“, sagt Von Heynitz.

Eine drohende Abschiebung sei für die Familien, die oft aus den Balkanstaaten kommen, immer schwer auszuhalten. „Es schwebt ein Damoklesschwert über ihnen, die Angst erzeugt Frust“, weiß Von Heynitz. „Ihnen wird Hoffnung gemacht, die dann wieder zerschlagen wird, da ist das System krank“, kritisiert auch Bürgermeister Jan Edo Albers.

Es sei daher umso wichtiger, die Kinder aufzufangen, sie in Vereine zu integrieren, damit sie von der Angst ihrer Eltern nicht gänzlich überrollt werden, sagt Von Heynitz.

Die Unterstützung der Lotsen in Jever sei seitens der Vereine und der Bevölkerung sehr gut: „Wir rennen offene Türen ein“, sagt Weber.

Auch die Jugendpfleger in Friesland haben sich etwas überlegt: Im Sommer soll ein Sprach-Camp für Kinder und Jugendliche stattfinden, berichtete Jevers Jugendpfleger Detlef Berger. Es sei den Jugendpflegern gelungen, für dieses Projekt Fördermittel einzuwerben.