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NWZonline.de Nachrichten Politik

Viel Macht – aber wenig Ahnung

18.03.2014

Belgrad Beim EU-Beitrittskandidaten Serbien ist eine neue politische Zeitrechnung angebrochen. Seit den Kommunisten bis in die 80er Jahre und dem Kriegsherrn Slobodan Milosevic in den 90er Jahren hat kein Politiker mehr so viel Macht besessen wie der zukünftige Regierungschef Aleksandar Vucic. Der 44-Jährige hat nicht nur die Opposition zerstört, die im Parlament auf Kleinstformat zusammengeschrumpft ist. Der Chef der rechtspopulistischen „Fortschrittspartei“ (SNS) regiert mit absoluter Mehrheit in Serbien und seiner Hauptstadt Belgrad.

„Besiegt wurde die Mittelschicht, die gebildeten bürgerlichen Menschen“, sagte die renommierte Soziologin Vesna Pesic der Zeitung „Danas“ am Montag nach der Wahl. Diese Bürger seien „in größte Konfusion geraten, weil das bürgerliche Serbien mutwillig in fünf, sechs Parteien zerbrochen wurde“. Die Schuld dafür trage Boris Tadic, bis vor zwei Jahren Staatspräsident und Vorsitzender der „Demokraten“ (DS), der damals stärksten Regierungspartei. Er habe im Auftrag von Vucic die DS gespalten, spekulierten die Medien. Seine neue Partei NDS werde jetzt sein neuer Koalitionspartner.

Anhänger und Kritiker von Vucic waren sich am Wahlabend einig, dass jetzt klare politische Verhältnisse geschaffen wurden. Allerdings rechnete der prominente Soziologe Jovo Bakic damit, dass Vucic und seine SNS schon im kommenden Jahr „mit dem Kopf gegen die Wand laufen“ werden. Der Grund: Die Partei habe keinerlei Experten, die die vom Bankrott bedrohte Wirtschaft sanieren könnten.

Ähnlich hatten viele bekannte Wirtschaftswissenschaftler die bisher in Aussicht gestellten Investitionen als „Potemkinsche Dörfer“ bezeichnet. Die angeblich aus arabischen Ländern zugesagten bis zu sieben Milliarden Euro seien schlicht „Märchen“, hatte das Politmagazin NIN getitelt.

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