Hude - Schwierig, aber nicht aussichtslos: So sieht die Verwaltung aktuell die Situation bei Krippen- und Kindergartenplätzen in der Gemeinde Hude. Im Ausschuss für Jugend, Gesellschaft und Soziales stellten die Mitarbeiter am Montagabend Zahlen vor, mit denen aktuell geplant wird. Es wird knapp mit den Plätzen.

Demnach kalkuliert die Gemeinde für das nächste Kindergartenjahr 2017/18 mit 133 genehmigten Krippenplätzen und 481 genehmigten Plätzen in Kindergärten (Kigas) in den sieben Einrichtungen. Bei den Krippen wäre dies ein Platz weniger als im laufenden Jahr, die Zahl in den Kigas stiege um 13.

Noch wichtiger für die Eltern ist allerdings die Zahl der im nächsten Jahr frei werdenden Plätze durch Wechsel von der Krippe in den Kindergarten oder von dort auf eine Grundschule. So können nach derzeitigem Stand in den Krippen 74 Kinder, in den Kigas 145 Kinder aufgenommen werden.

Die Anmeldefrist für das nächste Jahr endete am 15. November. Nach erster Auswertung dieser Zahlen kommt die Verwaltung auf jeweils vier fehlende Plätze im Krippen- und Kiga-Bereich. Diese Kalkulation zogen Anke Jacobs und Petra Ahrens, die Leiterinnen des evangelischen Kindergartens Regenbogeninsel und des katholischen Kindergartens St. Marien, allerdings in Zweifel. Sie berichteten von übervollen Listen, die aus ihrer Sicht selbst nach Abzug der Doppelmeldungen noch nicht kurz genug würden.

Die Ergebnisse der Verwaltung zeigen indes noch Ungleichgewichte. So gibt es zum Beispiel für den Kiga Villa Kunterbunt 15 Anmeldungen, aber voraussichtlich 21 freie Plätze. Bürgermeister Holger Lebedinzew betonte im Gespräch mit der NWZ  zudem, dass die Zahlen unter Vorbehalt stünden. „Sie müssen zum Beispiel noch um Doppel- und Dreifachanmeldungen bereinigt werden.“ Außerdem kann es Nachmeldungen, Zu- und Wegzüge geben.

In Zukunft helfen soll ein neues EDV-System, das die Anmeldedaten zentral verwaltet und zum Beispiel auch von Eltern übers Internet gefüttert werden kann. Dafür sollen im kommenden Haushalt 20 000 Euro veranschlagt werden.

Insgesamt sieht der Bürgermeister die Notwendigkeit, für weitere Plätze zu sorgen – mit der Maßgabe, keine teuren Überkapazitäten zu schaffen. Ein Neu- und/oder Ausbau der Villa Kunterbunt bis 2018 könnte helfen. 40 000 Euro für Planungskosten sollen in den nächsten Haushalt.

Bis dahin setzt Lebedinzew auf „improvisierte Zwischenlösungen“. So sei es mit Ausnahmegenehmigungen möglich, Gruppen für einen befristeten Zeitraum zu „überreizen“, also zum Beispiel einen Platz mehr als normal anzubieten.

Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)