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NWZonline.de Nachrichten Politik

Viel zu besprechen mit Trump

17.03.2017

Berlin „Ich freue mich ausdrücklich“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag. „Das direkte Gespräch ist viel besser, als übereinander zu reden.“ An diesem Freitag ist es endlich soweit: Die mächtigste Frau der Welt trifft den mächtigsten Mann der Welt. Charmoffensive der Regierungschefin im Weißen Haus.

Trump nimmt sich viel Zeit: Empfang und bilaterales Gespräch am Vormittag, Pressekonferenz, gemeinsames Mittagessen und im Anschluss noch ein Treffen mit der Kanzlerin und Wirtschaftsbossen. Kennenlernen, Vorurteile ausräumen, „Verständnis füreinander entwickeln“: So lautet das erklärte Ziel der Reise. Ein Überblick über die wichtigsten Themen:

 Handel

Die Androhung von Strafzöllen auf deutsche Produkte, der Vorwurf aus der Trump-Administration, Berlin versuche, den Euro zu schwächen: All das hat zu großer Verunsicherung in Deutschland geführt. Merkels Gegenargumente: „Millionen Jobs in den USA hängen von deutschen Investitionen ab.“ Die Zahl der deutschen Direktinvestitionen belaufen sich auf 271 Milliarden Dollar. Trump sieht indes die US-Wirtschaft übervorteilt, verweist regelmäßig auf den deutschen Exportüberschuss. Und weil die USA der drittwichtigste Absatzmarkt für Produkte „Made in Germany“ sind, steht für die deutschen Unternehmen viel auf dem Spiel.

 Sicherheit

Vom Hindukusch über den Kampf gegen den IS in Syrien bis zum Baltikum: An vielen Schauplätzen ist die Bundeswehr an der Seite der USA engagiert, um für Sicherheit zu sorgen. Dennoch ist mit der erneuten Forderung nach höheren Militärausgaben zu rechnen. Trump verlangt nach einem konkreten Plan aus Berlin. Hinter dem gemeinsamen Nato-Ziel von zwei Prozent Militärausgaben stecke aber auch „Symbolik“, heißt es in Regierungskreisen. So könne es auch helfen, gemeinsam die „Nato-Fähigkeitslücken zu schließen“. Die Sorge, Trump könne die Nato im Stich lassen, ist indes kleiner geworden. Schließlich hatte sein Vize Mike Pence auf der Münchner Sicherheitskonferenz ein klares Bekenntnis zum Nordatlantik-Pakt abgegeben.

 Russland

Novize Trump könnte von den Erfahrungen der Kanzlerin im Umgang mit Kreml-Chef Wladimir Putin profitieren, durchaus auf ein paar Tricks hoffen. Europa-Expertin und Putin-Kritikerin Fiona Hill wurde kürzlich in den Stab des Nationalen Sicherheitsberaters berufen – ein gutes Zeichen aus Sicht Berlins. Aber die Sorge, Trump könne doch den Schulterschluss mit Russlands Präsidenten suchen, führt weiter zu Misstrauen.

 Werte

Mit ihrer Bedingung, nur bei der Respektierung der gemeinsamen Werte wie Freiheit und dem Recht und der Würde des Anderen biete sie Trump eine gute Zusammenarbeit an, hatte die Kanzlerin in ihrer Wahlsieg-Gratulation einen mutigen Aufschlag gemacht. Für sie kommt in Washington nun die erste Gelegenheit, auf die Einhaltung gemeinsamer Werte zu pochen.

 Umgang

Der großspurige Macho und „Twitter“-Präsident und die sachlich-kühle Kopf-Kanzlerin: Auch zwei Temperamente treffen aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Merkel ist Expertin im Umgang mit schwierigen Charakteren, lässt sich weder von Putin noch vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aus der Ruhe bringen, stellt sich stets pragmatisch auf ihre Verhandlungspartner ein, um ihre Interessen durchzusetzen.