Harpstedt - Mit der Geburt eines jeden Menschen beginnt ein neues Leben, aber es ist zugleich auch ein Ende, der Tod, vorgegeben. Daran erinnerte Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse in seinem Grußwort eingangs der Vorstellung des Hospizvereins in der Delmeschule in Harpstedt am Sonnabendnachmittag. Rund 70 Menschen, darunter auch der Gospelchor der Kirchengemeinde nahmen an diesem Info-Nachmittag teil.

Wöbses Worte trafen den Kern. Ein Fakt, den gerade junge Menschen verdrängen. Kaum einer denkt selbst daran, auch einmal an dieser Schwelle zu stehen. Ein Tabuthema, das nur selten zur Sprache kommt, und auf die Alten und das Altsein beschränkt wird.

„Umso wichtiger ist es, Menschen zu haben, die sich unter dem Hospizgedanken denjenigen widmen, die ihr Leben in absehbarer Zeit beenden werden“, hob Wöbse hervor.

Damit zollte er den 29 Mitgliedern des Harpstedter Hospizvereins höchsten Respekt. Nicht jeder könne eine solch wichtige Arbeit in den letzten Lebenstagen bewältigen.

„Wir Christen glauben, dass mit der Taufe ein neues Leben beginnt, das ewig an der Seite Gottes andauert“, ergänzte dazu Pastor Timo Rucks. „Das sagt uns der christliche Glaube.“ Der Glaube kann helfen. Doch gerade Menschen ohne weitere Angehörige, die alleine meist in Senioreneinrichtungen leben, benötigen am meisten Beistand.

Das gilt auch oft für Angehörige, die Abschied nehmen müssen, sei es auch noch so schmerzhaft. Hier setzt zum Beispiel die Hospizarbeit ein.

Eines ist sicher: „Jeder braucht jemanden. Irgendwann“, wie auch die Vorsitzende Elke Koopmann-Cordes in ihrer Begrüßung am Sonnabendnachmittag zum Auftakt der Informations- und Vorstellungsveranstaltung das Hospiz-Motto vorstellte.

Wie ein typisches Gespräch als Hilfestellung aussehen kann, das zeigte eingangs ein Rollenspiel. Thea Möring, Anke Scheele und Hiltrud Drieling stellten dar, wie einer Kranken und einer Angehörigen Hilfe von der Hospiz gegeben werden kann.

Bei Kaffee, Tee und Kuchen konnte das Erlebte und Gehörte in Gesprächen mit den Hospiz-Mitgliedern des Harpstedter Vereins besprochen sowie mehr über die Hilfe erfahren werden und auch, wie man selbst Hospizhelfer werden kann.

Elke Koopmann-Cordes und ihre Mitstreiterinnen werten die Vorstellung als vollen Erfolg. „Wir freuen uns über diesen guten Zuspruch. Das macht Mut für die kommenden Jahre.“