Eversten - Aufregung in der Everster Nachbarschaft, als am Montagvormittag die Motorsägen angesetzt wurden: Große Eichen werden am Dersagauweg/Ecke Lerigauweg gefällt. „Wenn hier noch mehr Bäume abgesägt werden, dann ziehe ich aus“, sagt eine Nachbarin von gegenüber. „Mich wundert, dass es dafür eine Genehmigung gibt“, erklärt eine Frau, die in dieser Gegend aufgewachsen ist und es nicht gutheißt, dass so mit den uralten Bäumen umgegangen wird. Mehrere besorgte und empörte Bürgerinnen und Bürger melden sich am Montag bei der NWZ , manche hatten sich auch schon vor Ort erkundigt.
Auf Nachfrage der NWZ erklärt die Stadt, dass auf dem Gelände Dersagauweg 42/44 vier Eichen gefällt werden dürfen. Der Baumbestand sei bislang nicht geschützt, heißt es aus dem Rathaus. Die ehemaligen GSG-Immobilien gehören seit 2011 der Unternehmensgruppe Baum Wohnimmobilien Oldenburg GmbH, deren Stammhaus in Hannover beheimatet ist.
Wie Stadtsprecherin Juliane Pflugmacher am Montag erklärt, hatte man sich mit dem Unternehmen darauf geeinigt, dass diese Bäume gefällt werden dürfen: Eine Eiche sei nicht mehr standfest, drei stünden zu nahe am Gebäude und verdunkelten die Räume der Bewohner unverhältnismäßig. „Als Kompensation wird die Unternehmensgruppe Baum eine heimische Hecke pflanzen.“ Die restlichen 14 Eichen, zwei Birken und eine Rotbuche sollen jedoch langfristig unter Schutz gestellt werden. Dieses Vorgehen hatte der Ausschuss für Stadtgrün, Umwelt und Klima bereits einstimmig abgesegnet. Im Stadtrat steht es für den 29. Februar auf der Tagesordnung.
Die Anwohner rund um Dersagau- und Lerigauweg trauern den Eichen nach. „Sie haben ja hier auch für ein gutes Klima gesorgt, sind eine grüne Lunge“, meint die eine Nachbarin, die andere ist überzeugt davon, dass mit zweierlei Maß gemessen wird, da sie weiß, dass ein Everster Gartenbesitzer ausgebremst wurde, als er eine Birke in seinem Garten fällen wollte.
