Kirchhatten - Mit dem Fußball fing alles an – auch die Politik. Brammer, am 13. Juni 1955 in Delmenhorst geboren, kickte mit Freunden regelmäßig auf einer Wiese in Munderloh. Dort hatten seine Eltern ein Wochenendgrundstück gekauft, hier in der Natur fühlte er sich schon als Heranwachsender am wohlsten.

Der damals nur passiv bestehende Turnverein erkannte die Chance und schon bald besaß der Verein nicht nur wieder ein Fußballteam, sondern ab 1979 auch einen Delegierten im Gemeindejugendring (GJR). Als beratendes Mitglied im Jugendausschuss musste Brammer erkennen, dass Anträge des GJR zwar erfolgreich den Fachausschuss passierten, aber im Verwaltungsausschuss einkassiert wurden. Ohne solidarische Bindung zu einer politisch nahe stehenden Partei sei erfolgreiche Arbeit im Kommunalparlament nicht möglich, so seine damalige Erkenntnis. Der Eintritt in die SPD war deshalb nur logisch, wie er sagt.

Wäre er auch sonst in die Politik gelangt? Vermutlich ja, auf anderem Wege, glaubt Brammer selbst. Nach seiner Ausbildung zum Buchdrucker engagierte er sich in der IG Medien und im Betriebsrat der Firma Fink-Druck (Delmenhorst). Seinen Ausbildungsbetrieb verließ er erst 2008 nach der Wahl in den Landtag.

Brammer kennt die Arbeit in Gemeinderat, Kreis- und Landtag. Gibt’s da eigentlich ein Qualitätsgefälle wie zwischen Fußball-Kreisklasse und Bundesliga? „Diskussionen im Kreis haben häufig mehr Niveau als im Landtag“, schüttelt der SPD-Politiker den Kopf. Mit Respekt sei er immer an neue Aufgaben herangegangen, aber zwei Jahre wie bis zu seiner allerersten Rede im Gemeinderat hat es später nicht mehr gedauert. Sein schönster Erfolg? Im Privatleben die Heirat und Geburt der Kinder, in der Politik der Einzug in den Landtag. Getroffene Entscheidungen, die er bereut? Nicht viele: „Die IGS nach Wardenburg und nicht nach Hatten zu bringen, war rückblickend falsch“, gibt er zu.

Im nächsten Jahr finden in Niedersachsen Kommunalwahlen statt, 2018 wird erneut der Landtag gewählt. Für den ab morgen 60-Jährigen wäre das alles noch in Reichweite. „Auf Gemeindeebene trete ich wieder an, wenn meine Partei das möchte“, kündigt er an. Für alles weitere gelte: „Ich hoffe, ich bleibe gesund.“

Axel Brammer feiert seinen runden Geburtstag mit Familie, Freunden und langjährigen Wegbegleitern im Kirchhatter Schützenhof.

Werner Fademrecht
Werner Fademrecht Redaktion Hatten