Ganderkesee - Das bisher praktizierte Verfahren zum Schutz erhaltenswerter Bäume in der Gemeinde Ganderkesee wird beibehalten. Dafür sprach sich mehrheitlich der Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz aus. Allein die zwei Vertreter der Grünen stimmten gegen die Beschlussvorlage. Damit wird es auch künftig keine Baumschutzsatzung geben.
Die bisher in der Gemeinde praktizierte Verfahrensweise – nämlich die einzelfallweise Unterschutzstellung von Bäumen als „Geschützter Landschaftsbestandteil“ – hatte in den zurückliegenden Monaten Kritik ausgelöst. Zudem lagen zwei Anträge der Fraktionen von Grünen und CDU zu diesem Thema vor. Arnold Hansen (Freie Wähler) und Heinz-Peter Häger (SPD) sprachen sich in der Sitzung am Dienstagabend dafür aus, die Einzelfall-Prüfung beizubehalten. Dr. Volker Schulz-Berendt (Grüne) machte für seine Fraktion „Beratungsbedarf“ geltend. Eine Vertagung lehnte die Mehrheit aber ab.
Gleichwohl diskutierte der Ausschuss ausgiebig den Antrag eines Eigentümers, eine geschützte Linde an der Nutzhorner Straße in Bookholzberg fällen zu dürfen. Häger und Günter Westermann (CDU) meinten, der Baum biete ein gewisses Gefährdungspotenzial. Auch Hansen sprach sich dafür aus, die Unterschutzstellung aufzuheben. Der Eigentümer habe aber sein Haus bewusst nah an die Linde gebaut. Für den Verlust des Baumes solle er einen hohen finanziellen Ausgleich leisten. Das sah auch Detlev Diepenbrock (SPD) so: „Wir sollten ihn nicht mit 2,50 Euro davonkommen lassen!“ Schulz-Berendt widersprach: „Dieser Baum lebt. Man darf die Tötung nicht von einer Geldzahlung abhängig machen!“ Westermann wollte, dass ersatzweise drei junge Linden gepflanzt werden.
Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas meinte, man sei nicht „auf einem türkischen Basar“. Zur Berechnung der Höhe des Ersatzgeldes gebe es klare Regeln, wie Carsten Wünker vom Fachdienst Natur sagte. Einstimmig entschied sich der Ausschuss, das Thema zu vertagen. Kurzfristig soll die Verwaltung den Fraktionen die Höhe des Ersatzgeldes mitteilen.
Einig war sich der Ausschuss zudem, an ehemaligen Sandabbaustellen in Stenum, Almsloh und Schlutter Informationsschilder aufzustellen.
