Wildeshausen - Die Landtagswahlen in drei Bundesländern beschäftigen auch die Politik in Wildeshausen. Auf den Sitzungen der CDU und der SPD am Montagabend wurde auch über die Ergebnisse und das Abschneiden der AfD diskutiert.
Für den CDU-Vorsitzenden Wolfgang Sasse haben die Wahlen vor allem eines gezeigt: „Es kommt auf die Spitzenkandidaten an“. Starke Persönlichkeiten hätten den Ausschlag gegeben. „So wird das auch bei der Kommunalwahl sein“, meint Sasse.
Allerdings hätten die Wahlen auch gezeigt, dass landespolitische Inhalte nicht wichtig waren. „Und die Großwetterlage hat die AfD deutlich überbewertet“, meint Sasse. Bei der Kommunalwahl im September würden sich die Wähler für „zuverlässige Kandidaten“ entscheiden, die die Probleme vor Ort lösen.
Sasse betonte auch die große Gemeinsamkeit, die mittlerweile im Wildeshauser Rat herrsche. Auch sein SPD-Kollege Thomas Harms will erstmal entspannt abwarten, was denn die AfD im Kreis plant. „Wir lassen das mal auf uns zukommen.“ Gleichwohl bezeichnet er das Abschneiden der Partei auf Länderebene als „Besorgnis erregend“.
Die AfD selbst kündigte auf Nachfrage der NWZ am Montag an, auf jeden Fall im September mit einer Liste für den Kreistag zu kandidieren. „In den Gemeinden werden wir schwerpunktmäßig antreten“, sagte Herbert Sobierei, der Vorsitzende des neuen AfD-Ortsverbandes Landkreis Oldenburg. Das bedeutet: Nicht in jeder Kommune wird die AfD Kandidaten aufstellen. Für den Kreistag gibt es übrigens keine Fünf-Prozent-Hürde. Bei 50 Sitzen reichen pro Mandat zwei Prozent der Wählerstimmen. Die Ergebnisse bei den Landtagswahlen kommentierte Sobierei als „hervorragend“.
Da ist Kreszentia Flauger von den Linken ganz anderer Meinung. „Die AfD-Ergebnisse sind eine Katastrophe“. Alle anderen Parteien seien nun gefragt, Visionen und Argumente zu entwickeln. „Da liegt harte Arbeit vor uns“, meint sie.
Manfred Rebensburg von den Grünen fragt sich, ob die AfD Langzeit-Bestand haben kann. Da sei viel Protest im Spiel. In Wildeshausen sieht er allerdings einen weniger fruchtbaren Boden für die neue Partei. „Die Flüchtlingsthematik ist im Landkreis bisher sehr ruhig und besonnen verlaufen. Viele Menschen haben auch eine Willkommenskultur geschaffen.“ Übergriffe von oder gegen Flüchtlinge habe es nicht gegeben, damit unterscheide sich die Situation in Wildeshausen deutlich von anderen Städten.
Auch bei der Wildeshauser FDP ist man der Meinung, dass Kommunalwahlen Entscheidungen für Personen sind. „Im Rat wird versucht, gemeinsam sachbezogene Themen umzusetzen“, sagt Ratsherr Helmut Müller. Und zum AfD-Erfolg meint er: „Da waren Teile der Bevölkerung nicht mit der großen Politik einverstanden.“
