Wildeshausen - Auch fast 36 Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Wildeshauser Stadtdirektors ist Wolfgang Jäkel vielen Bürgern noch ein Begriff. Und die jüngeren profitieren heute von so mancher Einrichtung, die er in seiner Amtszeit auf den Weg gebracht hat. Seinen Geburtstag feiert der Jubilar an diesem Dienstag an seinem heutigen Wohnort Torre del Mar bei Malaga (Spanien). Von dort aus steht er noch immer mit alten Freunden in Kontakt.

Jäkel war von 1966 bis 1978 Stadtdirektor in Wildeshausen. Als hauptamtlicher Chef der Verwaltung (damals war der Bürgermeister noch ehrenamtlich) verwandelte er innerhalb weniger Jahre die eher etwas verträumte Kleinstadt in ein attraktives Mittelzentrum mit vielen neuen Einrichtungen und großen Investitionen in die Infrastruktur.

Am 7. Januar 1924 kam Jäkel zur Welt. Nach dem Krieg, in dem er als junger Soldat verwundet worden war, begann er 1947 eine Verwaltungslaufbahn in Duisburg. 1959 wurde er allgemeiner Vertreter des Gemeindedirektors von Wiehl bei Köln. Und am 8. Juli 1965 wählte ihn der Wildeshauser Stadtrat einstimmig für zwölf Jahre zum Stadtdirektor.

Es begann eine stürmische Amtszeit. Und auch damals gab es so manche Reibung zwischen Rat und Verwaltungsspitze. Aber selbst Kritiker bescheinigten ihm bei seinem Abschied 1978, viel für Wildeshausen erreicht zu haben.

So wurden innerhalb seiner Amtszeit mehr als 200 Millionen D-Mark in öffentliche Einrichtungen investiert. Schulen – wie das heutige Schulzentrum Humboldtstraße – entstanden neu, ein breites Freizeitangebot wurde geschaffen. Jäkel ließ u.a. das Hallen- und Freibad am Krandel bauen.Unter seiner Regie wurde die Stadt staatlich anerkannter Luftkurort im Naturpark Wildeshauser Geest. Mehr als 30 Betriebe siedelte der Stadtdirektor an, und auch ein Generalverkehrsplan entstand seinerzeit. Dazu gehörte auch der erste Abschnitt des Westrings.

Ebenfalls in Jäkels Amtszeit wurde die Kanalisation so ausgebaut, dass sie eine Kapazität für 40 000 Einwohner besitzt – in Verbindung mit der vollbiologischen Kläranlage.

Ein anderes Großprojekt allerdings blieb ein Plan. Jäckel wollte die Hunte aufstauen und einen Wildeshauser See schaffen.

Doch nach Differenzen mit Teilen des Rates kam es 1978 nicht zu einer Wiederwahl. Jäkel wechselte in das Büro des damaligen SPD-Landesbauministers Karl Ravens. Und neuer Stadtdirektor wurde der bisherige Stellvertreter Helmut Grimjes.