Oldenburg - Von dem Amt als erste Vorsitzende der jüdischen Gemeinde zu Oldenburg ist Sara-Ruth Schumann (71) aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten.
Sara-Ruth Schumann war seit der Gründung im August 1982 Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde. Von Anfang an hat sie sich sehr für Gleichheit der Geschlechter in der ersten Oldenburger jüdischen Gemeinde nach der Shoah eingesetzt, was bundesweit durchaus für Aufsehen sorgte.
Überdies wurde mit Bea Wyler die erste Frau als Rabbiner in die liberale Oldenburger Gemeinde berufen. Auch dies ein Schritt, den Sara-Ruth Schumann maßgeblich beeinflusste. In der Stadt Oldenburg setzte sie von Anfang an auf den Dialog mit allen Oldenburgern, um Vorurteile und Unwissenheit abzubauen.
Von Anfang an war ihr aber auch wichtig, bundesweit mit den anderen jüdischen Gemeinden und Gremien vernetzt zu sein. So ist sie ■Mitglied des Direktoriums des Zentralrates der Juden und ■stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen. Ihrer Einladung nach Oldenburg folgten Vorsitzende des Zentralrates der Juden, u.a. Ignatz Bubis und Charlotte Knobloch.
Noch bei der Feier zum 20-jährigen Bestehen im Juni bekräftigte sie ihr Anliegen der friedlichen Gestaltung des Miteinanders in der Gemeinde, die zu 90 Prozent aus Zuwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion besteht.
Bis zu den Neuwahlen führt der 2. Vorsitzende Jehuda Wältermann die Geschäfte der Gemeinde.
