„Debatte mutiert zur Schlammschlacht“ (Ratssitzung zur gescheiterten Media Markt-Ansiedlung, NWZ, 3.11.)

(...) Sehr negativ, ja geradezu peinlich, waren die in der Ratssitzung zum Teil schwer unter die Gürtellinie gehenden Vorwürfe des Grünen-Fraktionschefs Michael Jäger gegen unseren Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese, wodurch Herr Jäger von Anfang an einseitig die Schärfe in die Debatte brachte, die in der NWZ  als Schlammschlacht bezeichnet wurde. Wenn man von Schlammschlacht schreibt, muss auch erwähnt werden, wer diese ausgelöst hat. Es könnte sonst in der Öffentlichkeit leicht ein falscher Eindruck vom Verlauf der Diskussion entstehen, denn Tatsache ist, dass der Bürgermeister alle diese unfairen Anschuldigungen sehr sachlich mehr als eindeutig widerlegt und als unwahr bewiesen hat. Die Vorwürfe von Herrn Jäger waren in der Wortwahl unverschämt, ja zum Teil beleidigend, und haben sich als haltlos und falsch erwiesen! Das war das Ergebnis der Debatte, und das konnte man am betretenen Gesicht des Herrn Jäger und auch an den Mienen einiger SPD-Ratsherren deutlich ablesen. Übrigens: Mich hat sehr beeindruckt, mit welcher Ruhe und Souveränität Dr. Wiese reagiert hat.

Hans Dromowicz Cloppenburg

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(...) Aufklärung hatte man erwartet, aber auch Konsens hinsichtlich möglicher Lösungswege aus der Misere, nachdem der erste Schock doch eigentlich verdaut sein sollte – da hatten wir wohl uns gewaltig getäuscht! Was folgte, war wohl der absolute Tiefpunkt, die sozusagen dunkelsten Stunden Cloppenburger Ratspolitik (...): Es entwickelte sich schnell ein wahres Possenspiel an Schuldzuweisungen und Unterstellungen in Richtung des Bürgermeisters, mit dem Verlesen einer wahren Anklageschrift (...)

Dabei geriet in „Vergessenheit“, Dr. Wiese die Chance einzuräumen, sich direkt zu den Vorwürfen äußern zu dürfen. Man mag zu seiner (Informations-)politik und Rolle in diesem Desaster stehen, wie man will – das war unfair und ganz schlechter Stil! Nicht nur, dass man dem Bürgermeister recht unverblümt das Fingieren von Akten unterstellte, die zum Teil infantil wirkenden Streitereien gipfelten in persönlichen Beleidigungen, als man Dr. Olivier abkanzelte, er möge in die Mülltonne zurückkehren, aus der er einst gekrochen sei.

Als „stiller Teilhaber“ habe ich mich geschämt, einem derartigen Gebaren beizuwohnen, was natürlich in den üblichen Wahlkampffloskeln enden musste (...) Wie kommen wir aus der Nummer raus, interessierte schon lange nicht mehr und hat es vielleicht einige Beteiligte nie. Zu sehr überwog diebische Freude, sich profilieren zu können, um dem politischen Gegner in die Parade zu fahren. Da nützte auch ein Appell seitens Doris Hellmann (UWG) nichts, wieder zum Thema zurückzukehren – die Situation, bestehend aus Misstrauen und Missgunst, hatte bereits einen abgrundtiefen Keil zwischen die Ratsparteien getrieben (...)

Thorsten Persigla Cloppenburg